Nach dem Zusammenstoss des Frachters "Solong" mit dem Tanker "Stena Immaculate" werden schlechte Sichtverhältnisse als Ursache für das Unglück angenommen. Beide Schiffe hatten keinen Ausguck im Einsatz.

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Die Schiffe, die im vergangenen Monat vor Englands Nordseeküste kollidierten, hatten beide keinen Ausguck im Einsatz. Das geht aus Untersuchungen der britischen Behörde für Schiffsunfälle hervor. Einem vorläufigen Bericht des Marine Accident Investigation Branch zufolge waren die Sichtverhältnisse teils stark eingeschränkt. Die Sichtweite lag demnach teils bei nur knapp 500 Metern.

Der unter portugiesischer Flagge fahrende Frachter "Solong" und der unter US-Fahne im Einsatz stehende Tanker "Stena Immaculate" waren am 10. März vor der Mündung des Flusses Humber zusammengestossen.

Die "Stena Immaculate, die 220.000 Barrel (knapp 35 Millionen Liter) Flugzeugtreibstoff geladen hatte, lag vor Anker, als die "Solong" den Tanker seitlich rammte. Der Frachter war dem Bericht zufolge mit einer Geschwindigkeit von 16 Knoten (knapp 30 Kilometer pro Stunde) unterwegs.

Ein Seemann weiterhin vermisst

Laut dem Bericht trat Flugzeugtreibstoff aus einem Tank der "Stena Immaculate" aus, der sich aufgrund des Aufpralls entzündete und beide Schiffe in Brand setzte. Ein Besatzungsmitglied der "Solong" wird seitdem vermisst. Es wird davon ausgegangen, dass der Seemann bei dem Unglück ums Leben kam.

Der Kapitän der "Solong" wurde inzwischen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Es handelt sich um einen russischen Staatsbürger. Zu einem grösseren Austreten von Treibstoff kam es nicht. Doch es gelangten Tausende Plastikteilchen ins Meer.

Schwer beschädigte Schiffe abgeschleppt

Zeitweise wurde befürchtet, die stark ausgebrannte "Solong" könne sinken oder auf Grund laufen. Inzwischen konnte sie in den Hafen der schottischen Stadt Aberdeen geschleppt werden.

Der Treibstoff auf der "Stena Immaculate" wurde nach Angaben des Betreiberunternehmens Crowley auf ein anderes Schiff umgeladen. Der ebenfalls schwerbeschädigte Tanker sollte demnach nach Newcastle geschleppt werden. (dpa/bearbeitet von ng)