- Starkoch Alfons Schuhbeck steht Ärger ins Haus.
- Nach der Münchner Staatsanwaltschaft hat nun auch das Bundesamt für Justiz ein Verfahren gegen den Gastronom eingeleitet.
- Schuhbeck hat seit 2017 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht.
Nach der Münchner Staatsanwaltschaft geht auch das Bundesamt für Justiz (BFJ) gegen den Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck vor. Der mit Insolvenz und Steuerermittlungen kämpfende Gastronom hat seit 2017 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht. Da dies gegen die im Handelsgesetzbuch für mehrere Arten von Unternehmen vorgeschriebene Offenlegungspflicht verstösst, hat die Bonner Behörde Ordnungsgeldverfahren eingeleitet. Das teilte das BFJ auf Anfrage mit.
Ordnungsgeld könnte hoch ausfallen
Das Ordnungsgeld beträgt im Regelfall mindestens 2500 Euro und höchstens 25.000 Euro. Bei Schuhbeck könnte mittlerweile eine beträchtliche Summe zustande gekommen sein. "Bei fortgesetzter Weigerung werden die Ordnungsgeldandrohungen sowie Ordnungsgeldfestsetzungen so lange wiederholt und hinsichtlich der Ordnungsgeldhöhe gesteigert, bis das Unternehmen seine Offenlegungspflicht erfüllt hat", erklärte eine Sprecherin des Bundesamts. Die konkrete Summe wurde von der Behörde nicht genannt.
Der Koch hatte am vergangenen Wochenende Insolvenz angemeldet und dafür ausgebliebene staatliche Coronahilfen verantwortlich gemacht. Das bayerische Wirtschaftsministerium äussert sich nicht konkret zu diesem Einzelfall, hat aber betont, dass alle Berechtigten auch finanzielle Hilfe bekommen haben.
Es ist nicht Schuhbecks erster Ärger mit der Justiz
Gegen Schuhbeck laufen seit längerem Steuerermittlungen, wie der Gastronom eingeräumt hat. Die Münchner Staatsanwaltschaft äussert sich unter Verweis auf das Steuergeheimnis nicht zu dem Fall.
Ein Einzelfall ist Schuhbeck beim Bundesamt für Justiz jedoch nicht: 2020 wurden wegen Verstössen gegen die Publizitätspflicht rund 193.300 Ordnungsgeldverfahren eingeleitet, 2019 rund 200.700. (dpa/ska)
"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.