Wenige Wochen nach ihrer Verurteilung zu einer zweistelligen Millionenstrafe wegen Verletzungen durch heissen Tee sieht sich die US-Kette Starbucks mit zwei neuen ähnlichen Klagen konfrontiert. Bei dem Teevorfall verbrühte sich ein Starbucks-Kunde den Penis. In einer der beiden Kaffeeklagen geht es ebenfalls um verletzte Genitalien.

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Ein Mann im US-Bundesstaat Kalifornien reichte am Mittwoch Klage gegen Starbucks ein, weil er sich mit Kaffee schwer verbrannt habe, der ihm in einem Drive-In in einem Becher mit nicht richtig angebrachtem Deckel serviert worden sei.

Die andere Klage gegen Starbucks war in der vergangenen Woche ebenfalls in Kalifornien eingereicht worden. Eine Frau führt ins Feld, einer der Becher der von ihr in einem Drive-In gekauften Getränke sei nicht korrekt abgesichert gewesen. In der Folge habe sie sich durch den verschütteten Kaffee schwer verbrannt. In beiden Klagen werden keine konkreten Summen für die Höhe des angestrebten Schadenersatzes genannt.

50 Millionen Dollar Schadenersatz für heissen Tee

Erst Mitte März hatte ein Gericht in Los Angeles einem Mann Schadenersatz in Höhe von 50 Millionen Dollar (rund 45 Millionen Euro) zugesprochen, dem an einem Drive-In von Starbucks ein Becher mit heissem Tee in den Schoss gekippt war.

Die Anwälte des Mannes hatten argumentiert, dass die Bedienung bei dem Vorfall im Jahr 2020 eines von drei bestellten Getränken nicht richtig in den Pappbecherhalter geschoben habe. Ihr Mandant habe "Verbrennungen dritten Grades an seinem Penis, seiner Leiste und den Innenseiten der Oberschenkel" erlitten und sich mehreren Hauttransplantationen unterziehen müssen.

Auch McDonald's wurde wegen Heissgetränk verklagt

Der Fall erinnert an ein historisches Urteil gegen die US-Fastfoodkette McDonald's im US-Bundesstaat New Mexico von 1994 - damals wurden einer Klägerin mehr als 2,8 Millionen Dollar zugesprochen, nachdem sie heissen Kaffee auf sich verschüttet hatte. Die Schadenersatzsumme wurde allerdings später in der Berufung reduziert.

In einer der aktuellen Klagen gegen Starbucks führt die Kundin ins Feld, dass der heisse Kaffee sich auf ihre Beine, Hüfte, eines ihrer Knie und die Füsse ergossen habe, wodurch schwere Verletzungen entstanden seien. Die Kaffeehaus-Kette sei verpflichtet, "angemessene Sorgfalt" auf die Zubereitung und Übergabe ihrer Getränke anzuwenden, so dass diese nicht verschüttet würden und Kunden verletzten, heisst es in der Klage.

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2020 fiel einem 25-Jährigen an einem Drive-in in Los Angeles County im US-Bundesstaat Kalifornien ein Becher mit heissem Tee in den Schoss – er musste sich mehreren Operationen unterziehen.

"Schwere Verbrennungen an Genitalien und Gesäss"

Ein Starbucks-Sprecher erklärte zu dieser Klage, das Unternehmen sei fest davon überzeugt, dass diese "unbegründet" sei. Das Unternehmen habe stets die "höchsten Sicherheitsstandards" in seinen Läden angewendet, darunter auch im "Umgang mit heissen Getränken". Zu der zweiten eingereichten Klage äusserte sich der Sprecher zunächst nicht konkreter, da sie dem Unternehmen noch nicht vorliege.

In dieser Klage berichtet der betroffene Kunde, dass er sich durch den verschütteten Kaffee "schwere Verbrennungen, Entstellungen und kräfteraubende Nervenschäden an seinen Genitalien und seinem Gesäss" zugezogen habe. (afp/bearbeitet von nap)