Kuala Lumpur/Perth - Die jüngste Suche nach dem Wrack des vor elf Jahren verschollenen Fluges MH370 der Malaysia Airlines ist bis auf Weiteres ausgesetzt worden. Als Grund gab der malaysische Verkehrsminister Anthony Loke schlechte Wetterbedingungen an. "Ich glaube, jetzt ist nicht die richtige Jahreszeit", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Bernama den Politiker. Die Spezialfirma Ocean Infinity habe ihre Operation im Indischen Ozean vorerst eingestellt, werde sie aber Ende des Jahres wieder aufnehmen.

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Das Unternehmen mit Sitz in den USA und Grossbritannien hatte im Februar eine neue Suche mit Hilfe eines Tiefsee-Versorgungsschiffs und autonomer Unterwasserfahrzeuge (AUVs) gestartet, mit denen der Meeresboden nach Spuren der vermissten Boeing 777 abgesucht werden sollte. Die Suchaktion fand Medienberichten zufolge etwa 1.500 Kilometer vor der Küste von Perth in Westaustralien statt. Ocean Infinity wollte sich auf ein Gebiet von rund 15.000 Quadratkilometern und vier "Hotspots" konzentrieren, an denen das Wrack nach Ansicht von Forschern am wahrscheinlichsten zu finden sein könnte.

Was passierte vor elf Jahren?

Das Flugzeug war am 8. März 2014 auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwunden und aus unbekanntem Grund vom Kurs abgewichen, wie sich später anhand von technischen Signalen rekapitulieren liess. Bis heute wurden nur ein paar Dutzend Wrackteile an verschiedenen Küsten angeschwemmt. Vom Hauptrumpf des Flugzeugs, den 239 Insassen aus 14 Ländern und dem Flugrekorder fehlt jede Spur. Das Verschwinden der Maschine gehört zu den grössten Mysterien der Luftfahrtgeschichte.

Geld nur im Erfolgsfall

Ocean Infinity hatte einen "Kein Fund, keine Bezahlung"-Deal mit der Regierung in Kuala Lumpur ausgehandelt und wird für die Mission nur dann entlohnt, falls die Maschine gefunden wird. Das Unternehmen war schon Teil einer früheren, erfolglos verlaufenen Suche im Jahr 2018.

Verschwinden von Flug MH370
Bisher wurden nur ein paar Dutzend Wrackteile gefunden, nicht aber der Rumpf der Maschine. (Archivbild) © dpa / Raymond Wae Tion/MAXPPP/QUOTIDIEN DE LA REUNION/dpa

Die neue Operation sollte Regionen umfassen, die zuvor nicht abgedeckt worden waren. Es könnte die letzte Suche nach dem Wrack sein - und somit die letzte Chance für die Angehörigen, Antworten auf ihre viele Fragen zu erhalten. Hoffnung aber gibt es - denn bei anderen Suchaktionen war Ocean Infinity bereits erfolgreich: So hatten beispielsweise Mini-Unterwasserfahrzeuge 2018 das im Jahr zuvor verschollene argentinische U-Boot "ARA San Juan" vor der Küste Patagoniens aufgespürt.  © Deutsche Presse-Agentur