Die Umstände des Todes von Günter S. galten 40 Jahre als ungeklärt, man ging von Fremdeinwirkung aus – nun sieht die Polizei den Fall als aufgeklärt an.

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Nach mehr als 40 Jahren gibt es eine Wende im berühmten "YOG'TZE"-Fall, dem Cold Case um den vermeintlichen Mord an Günter S. (34). Der Fall galt für die Polizei Hagen über Jahrzehnte als ungelöst und wurde als sogenannter Cold Case behandelt.

Frühere Gutachten und Ermittlungen gingen bei dem Tod des Mannes von einem Verbrechen aus. Doch weder Spuren noch Zeugenaussagen konnten eine Fremdeinwirkung bestätigen, so die Staatsanwaltschaft und Polizei Hagen in einer Pressemitteilung.

"Wir gehen von einem Verkehrsunfall aus", sagte Polizeisprecher Tino Schäfer in Hagen. Dies sei das Ergebnis neuer Untersuchungen und Gutachten. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet. Auch die Staatsanwaltschaft in Hagen sieht den Fall inzwischen als aufgeklärt und abgeschlossen. Die neuen Gutachten liessen nur einen Schluss zu: Es habe sich um einen Alleinunfall gehandelt, sagte Staatsanwalt Gerhard Pauli.

Tot auf dem Beifahrersitz gefunden

Man gehe nun davon aus, dass Günter S. unter Depressionen litt und sich kurz vor seinem Tod in einem psychischen Ausnahmezustand befunden habe. So äusserte er gegenüber seiner Frau die Befürchtung, dass ihm jemand Schaden zufügen wolle. Er schrieb die Buchstaben "YOG'TZE" auf einen Zettel. Die Bedeutung des Wortes konnte bis heute nicht geklärt werden. Nachdem er in einer Gaststätte beobachtet worden war, wie er zu Boden fiel, wurde er wenige Stunden später schwer verletzt und unbekleidet auf dem Beifahrersitz seines eigenen Fahrzeugs gefunden. Er erlag seinen Verletzungen kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Günter S. von der Fahrbahn abkam und ungebremst gegen einen Baum fuhr. Sein Zustand könne sehr wahrscheinlich auf seine psychische Verfassung zurückgeführt werden. Die Bedeutung von "YOG'TZE" habe man als nicht relevant für die Todesursache eingestuft. (ng)

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