Kanada bald Mitglied der EU? Diesen kühnen Vorstoss machte jüngst der Ex-Aussenminister und SPD-Politiker Sigmar Gabriel.
Der frühere Aussenminister
Gabriel: "Kanada ist europäischer als manches Mitglied der Europäischen Union"
Europa müsse angesichts des Vorstosses von US-Präsident
Trump hat Kanada mehrfach als "51. Bundesstaat" der USA verhöhnt. Auch übt er mit Zöllen Druck aus. Im Handelsstreit verhängte Kanada zuletzt Gegenzölle auf einige Fahrzeuge aus den USA. Zudem will Trump Grönland annektieren. "Das geht natürlich gar nicht zusammen, sondern da muss man als Europa dagegenhalten", sagte Gabriel. Der SPD-Politiker war bis 2018 Bundesaussenminister und Vizekanzler.
Zu Grönland äusserte sich auch jüngst der US-Aussenminister Marco Rubio. Seinen Worten nach dürfe China keine Kontrolle über Grönland bekommen. Die USA würden nicht erlauben, dass "China reinkommt und ihnen (den Grönländern) einen Haufen Geld anbietet," sodass diese von Peking "abhängig" würden, sagte Rubio am Freitag nach einem Treffen der Nato-Aussenminister in Brüssel.
Zu der scharfen Kritik der dänischen Regierung an den von Trump erhobenen Gebietsansprüchen auf die rohstoffreiche Insel sagte Rubio: "Dänemark sollte sich auf die Tatsache fokussieren, dass die Grönländer kein Teil von Dänemark sein wollen."
Trump will Grönland wegen Sicherheitsinteressen
Grönland gehört zum EU- und Nato-Staat Dänemark, geniesst aber weitreichende Autonomie. Rubio hob hervor, dass US-Vizepräsident JD Vance während seines Besuchs in Grönland vor einer Woche deutlich gemacht habe, dass die USA "die Selbstbestimmung der Grönländer respektieren". Trump hat jedoch wiederholt und mit Nachdruck verkündet, dass er die Insel den USA einverleiben wolle. Er begründet das mit den Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies diese Begründung am Donnerstag bei einem Besuch in Grönland entschieden zurück. "Grönland ist Teil der Nato, und wir haben seit 75 Jahren ein Verteidigungsabkommen mit Ihnen, das Ihnen weitgehenden Zugang zu Grönland gewährt", sagte sie an die Adresse Trumps. Grönland und Dänemark seien offen für eine stärkere US-Präsenz auf der Arktis-Insel. (afp/dpa/bearbeitet von the)