• 20:36 Uhr: ➤ Kanada verhängt Gegenzölle auf Autos aus den USA
  • 18:50 Uhr: WTO warnt vor drastischen Folgen für den weltweiten Handel
  • 17:22 Uhr: Wirbel um vermeintliche Geheimpapiere bei Habeck-PK
  • 16:54 Uhr: Schweiz plant zunächst keine Gegenzölle
  • 16:04 Uhr: Baerbock: Europa gut aufgestellt
  • 14:27 Uhr: Zollpaket trifft auch abgelegene Inseln
  • 13:01 Uhr: Wie wurden die US-Zölle berechnet? Ökonomen tappen im Dunkeln
  • 12:13 Uhr: Rutte will keine Diskussion über Zollstreit in Nato
  • 11:43 Uhr: Frankreich: "Wir sind für diesen Handelskrieg bereit"

+++ Hier Live-Blog zu Trumps Zoll-Hammer aktualisieren +++

➤ Kanada verhängt Gegenzölle auf Autos aus den USA

  • 20:36 Uhr

Kanada reagiert im Handelskrieg auf US-Präsident Donald Trump und verhängt Gegenzölle auf bestimmte Fahrzeugimporte aus den Vereinigten Staaten. Ottawa werde alle Autos, die nicht im Rahmen des nordamerikanischen Handelspaktes USMCA produziert wurden, mit 25 Prozent Einfuhrgebühren belegen, kündigte der kanadische Ministerpräsident Mark Carney an.

Die Massnahmen sollten maximalen Schaden für die US-Wirtschaft anrichten, die kanadische Ökonomie aber so weit wie möglich verschonen. Carney betonte, dass die Vereinigten Staaten kein freundschaftlicher Partner für Kanada mehr seien und das Land seine Interessen und Souveränität verteidigen werde.

Carney hatte am Morgen eigenen Angaben zufolge auch mit dem geschäftsführenden Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert. Dabei sei es um die Stärkung der "vielfältigen Handelsbeziehungen" beider Länder gegangen. "Angesichts der durch Präsident Trumps Zölle verursachten Krise sind verlässliche Handelspartner wichtiger denn je", schrieb Carney auf der Plattform X.

Trump hatte bereits kurz nach Amtsantritt einen Handelskrieg gegen die Nachbarländer Kanada und Mexiko gestartet, einige Zölle aber mehrmals wieder zurückgezogen. Obwohl Kanada bei den jüngsten Ankündigungen der US-Regierung nicht genannt wurde, gelten aber weiterhin bereits verhängte Zölle gegen das Land. Besonders die kanadische Autoindustrie ist davon betroffen.

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Donald Trump kündigt gewaltiges Zollpaket an

  • US-Präsident Donald Trump hat ein gewaltiges Zollpaket verkündet, das auch die Europäische Union hart trifft.
  • Die US-Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten ein. Für viele Länder sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen.
  • Auf Einfuhren aus der EU in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.
  • "Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die amerikanische Industrie wiedergeboren wurde", sagte Trump.

Die weiteren Meldungen vom 03. April:

WTO warnt vor drastischen Folgen für den weltweiten Handel

  • 18:50 Uhr

Die Welthandelsorganisation (WTO) fürchtet wegen der geplanten und bereits eingeführten US-Zölle einen Rückgang im weltweiten Warenhandel um ein Prozent. Das entspreche einer Korrektur der aktuellsten Prognose um 4 Prozentpunkte nach unten, teilte WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala in Genf mit. Sie äusserte sich tief besorgt. Die Situation könnte mit möglichen Vergeltungsmassnahmen zu einem Zollkrieg eskalieren, der den Handel dann weiter beeinträchtige.

Sie erinnerte daran, dass der Grossteil des Welthandels weiter nach den ausgehandelten WTO-Regeln stattfinde. Dieser Handel mache rund 74 Prozent aus, nach 80 Prozent Anfang des Jahres - also vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

"Handelsmassnahmen dieser Grössenordnung haben das Potenzial, zu erheblichen Umleitungen der Handelsströme zu führen", warnte sie zudem. «Ich rufe die Mitgliedsländer auf, mit dem daraus resultierenden Druck verantwortungsvoll umzugehen, um zu verhindern, dass sich die Handelsspannungen ausweiten.»

Unter anderem die EU hat eigene geplante Zölle unter anderem damit begründet, sie müsse sich davor schützen, dass Waren, die nicht mehr in die USA geliefert werden, in grossem Umfang in der EU landen.(dpa/bearbeitet von fra)

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Wirbel um vermeintliche Geheimpapiere bei Habeck-PK

  • 17:22 Uhr

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei einer Pressekonferenz zum neuen US-Zollpaket für Spekulationen gesorgt.

Während seiner Rede, in der er entschlossene Gegenmassnahmen der EU ankündigte, hielt Habeck ein Bündel Papiere in die Höhe und sagte: "Das sind die Gegenmassnahmen, doppelseitig bedruckt. So sieht’s aus, hinten wie vorne." Die Dokumente habe er zwar mitgebracht, zeigen dürfe er sie aber nicht – deshalb halte er sie nur kurz hoch, erklärte der Minister vor laufenden Kameras. Er wolle zeigen "wie das ungefähr aussieht".

Die möglichen Reaktionen der EU-Kommission auf die US-Zölle werden derzeit vertraulich besprochen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums handelte es sich bei den gezeigten Unterlagen jedoch nicht um geheime Papiere zu einer künftigen Reaktion der EU. Stattdessen habe Habeck eine Liste hochgehalten, die bereits seit März öffentlich zugänglich ist. Auf Fotos von den Dokumenten in Habecks Händen sind drei Seiten zu erkennen, die sich mit dem öffentlich zugänglichen EU-Papier decken. (dpa/bearbeitet von ng)

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Schweiz plant zunächst keine Gegenzölle

  • 16:54 Uhr

Die Schweiz verzichtet vorerst auf Gegenmassnahmen gegen die angekündigten US-Zölle. Das teilt die Regierung in Bern mit. Die Schweiz ist im Vergleich mit ihren Handelspartnern besonders stark betroffen: 31 Prozent kündigte US-Präsident Donald Trump an.

"Eine Zunahme der handelspolitischen Spannungen ist nicht im Interesse der Schweiz", teilte die Regierung mit. Gegenmassnahmen gegen US-Zollerhöhungen wären mit Kosten für die Schweizer Volkswirtschaft verbunden, namentlich durch eine Verteuerung von Importen aus den USA. (dpa/bearbeitet von ng)

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Baerbock: Europa für US-Zölle gewappnet

  • 16:04 Uhr

Die geschäftsführende Aussenministerin Annalena Baerbock sieht Deutschland und Europa angesichts des riesigen neuen Zollpakets von US-Präsident Donald Trump gut aufgestellt. "Obwohl das heute für die Weltwirtschaft ein absolut schlechter Tag ist", sei "Europa stark aufgestellt, sich selber zu schützen", sagte die Grünen-Politikerin am Rande des Treffens der Nato-Aussenminister in Brüssel. "Wir wollen keinen Handelskrieg, sondern wir wollen eine faire und freie Weltwirtschaft. Und offensichtlich gibt es viele, viele andere Länder, die das genauso sehen wie wir."

Für die Verbraucher in den USA bedeuteten die Zölle vor allen Dingen einen Tag der Inflation. "Für Europa ist es aber ein Tag der 'Unity' (deutsch: Einheit). Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass unsere Stärke in unserer Geschlossenheit liegt." Jetzt zeige sich, wie wichtig es gewesen sei, Freihandelsbeziehungen zu Partnern auf der ganzen Welt auszubauen, sagte Baerbock. (dpa/bearbeitet von ng)

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Kurz erklärt: So könnte die EU auf Trumps Zölle reagieren

Die EU will im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump weiter verhandeln - auch nach dessen Ankündigung zusätzlicher Zölle in Höhe von 20 Prozent für Einfuhren aus der EU. Zugleich arbeiten die EU-Kommission und die 27 Mitgliedsländer an Gegenmassnahmen, die nach und nach in Kraft treten sollen.

Probleme in Irland und Nordirland

  • 15:32 Uhr

Die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump führen auf der geteilten irischen Insel zu "enormen Komplexitäten" bei Handelsfragen. Für Exporte aus Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört, werden in den USA die niedrigeren Zehn-Prozent-Zölle gelten, für Güter aus dem EU-Mitglied Irland werden 20 Prozent fällig. "Um ehrlich zu sein, wird derzeit intensiv daran gearbeitet, dieses Thema im Detail zu analysieren", sagte der irische Vize-Regierungschef Simon Harris dem Sender RTÉ.

Kompliziert wird es laut Harris vor allem bei Produkten mit grenzüberschreitender Produktion. Es sei nun an den USA, die Sichtweise dazu zu erläutern. Ähnlichen Fragen mussten sich beide Länder bereits beim Brexit des Vereinigten Königreichs mit dem Abschied aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion stellen. (dpa/bearbeitet von ng)

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Zollpaket trifft auch abgelegene Inseln

  • 14:27 Uhr

Mit seinen neu verhängten Zöllen hat US-Präsident Donald Trump nicht nur grosse Wirtschaftsnationen ins Visier genommen: Auch winzige Inselstaaten und entlegene Gebiete tauchen auf der langen Liste der betroffenen Länder auf – teils sogar unbewohnte oder kaum besiedelte Regionen.

Unter ihnen die Heard- und McDonaldinseln im südlichen Indischen Ozean. Sie gehören zu mehreren australischen Aussengebieten, die auf Trumps Zollliste separat aufgeführt werden. Das vulkanische Archipel liegt rund 4.000 Kilometer südwestlich von Australien und gehört zu den entlegensten Orten der Erde. Seevögel, Robben und Pinguine leben dort in grossen Kolonien. Dennoch: Das Gebiet exportierte im Jahr 2022 der Weltbank zufolge Produkte im Wert von 1,4 Millionen US-Dollar in die Vereinigten Staaten.

Auch auf der neuen US-Zollliste findet sich das britische Überseegebiet im Indischen Ozean. Dieses umfasst die Insel Diego Garcia, die von den USA und Grossbritannien als Militärstützpunkt genutzt wird. Die Inselgruppe ist ausser dem militärischen Personal unbewohnt: Die Bewohner wurden in den 1970er-Jahren umgesiedelt, als die USA den Stützpunkt errichteten.

Weitere ungewöhnliche Regionen sind die Kokosinseln im Indischen Ozean mit rund 600 Einwohnern, die vor allem bei Touristen für ihre tropische Schönheit bekannt sind, oder die Pazifikinseln Tokelau Norfolk mit jeweils rund 2000 Bewohnern. (dpa/bearbeitet von ng)

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Linken-Chefin zu US-Zöllen: Antwort ist fairer Handel

  • 13:07 Uhr

Linken-Chefin Ines Schwerdtner schreibt die erwarteten negativen Folgen der US-Zölle auch der deutschen Politik zu. "Statt die Wirtschaft unabhängiger vom Export zu machen und die Nachfrage im eigenen Land zu stärken, hat man weiter auf alte Rezepte gesetzt", sagte Schwerdtner der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt rächt sich das."

Die Parteichefin forderte eine andere Wirtschaftspolitik. Das "alte Lied von mehr Wettbewerbsfähigkeit" passe nicht zur Weltlage, meinte sie. Die Antwort sei nicht mehr Konkurrenz, sondern mehr Zusammenarbeit. "Durch mehr Fairness und einem Handel auf Augenhöhe können wir Wohlstand schaffen – in Europa, aber auch im globalen Süden", sagte Schwerdtner.

Die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump selbst kritisierte Schwerdtner scharf. "Damit schadet er nicht nur den Menschen in den USA, sondern auch dem Rest der Welt", meinte sie. (dpa)

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Wie wurden die US-Zölle berechnet? Ökonomen tappen im Dunkeln

  • 13:01 Uhr

Die Höhe der neuen US-Zölle gibt auch Fachleuten Rätsel auf. "Wir wissen nicht, wie US-Präsident Donald Trump zu diesen Zahlen kommt", sagte Rolf Langhammer, Ökonom am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW), der Deutschen Presse-Agentur. "Wir tappen noch im Dunkeln."

Trump versuche wohl sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse über Zolläquivalente zu quantifizieren, sagte Langhammer. Vor allem Gesundheits- und Konsumentenschutzregelungen seien dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge. Als Beispiel nannte Langhammer hormonbehandeltes Rindfleisch, das aus den USA nicht in die EU eingeführt werden dürfe. Da klebe Trump dann einfach ein Preisschild dran.

Zusätzlich ziehe der US-Präsident womöglich weitere Faktoren hinzu, etwa die Importumsatzsteuer oder Zertifizierungsvorschriften bei der Einfuhr. (dpa)

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Trumps globales Zollpaket - Warum fehlt Russland?

Warum fehlt Russland bei Trumps globalem Zollpaket?

Das Mega-Zollpaket von US-Präsident Trump gilt für eine lange Liste an Ländern. Einige Staaten fehlen wiederum darauf. Gibt es ein Muster?

Stoltenberg: Zölle grosser Rückschlag für offenen Welthandel

  • 12:49 Uhr

Die angekündigten Zölle von US-Präsident Donald Trump versetzen der Weltwirtschaft nach Ansicht des früheren Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg einen herben Dämpfer. "Das, was heute Nacht passiert ist, ist der schwerwiegendste Rückschlag für einen offenen und freien Welthandel seit der Zwischenkriegszeit, und das wird viele Länder und viele Arbeitsplätze treffen", sagte der heutige norwegische Finanzminister vor Reportern in Oslo.

"Wir treten in eine neue Zeit mit einer völlig neuen Weltordnung in der Wirtschaft ein", sagte Stoltenberg. Wie gross die Folgen der Zölle letztlich sein werden, lasse sich aber noch nicht abschätzen. Man müsse nun zunächst schauen, was die EU mache. Für Norwegen sei überaus wichtig, sich mit Brüssel abzustimmen, um zu verhindern, dass man aussen vor bleibe, sollte die EU zum eigenen Schutz selbst die Zollmauern hochziehen. (dpa/bearbeitet von skr)

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Pharmaverband: Medikamente von US-Zöllen ausgeschlossen

  • 12:34 Uhr

Medikamente sind nach Angaben des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VFA) vom neuen US-Zollpaket ausgenommen. Die Pharmabranche sei damit vorerst nicht von den pauschalen Zöllen von 20 Prozent auf Importe aus der EU betroffen, sagte VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Zölle auf Pharmazeutika möglicherweise in einer weiteren Runde kommen könnten. Unter die von Donald Trump angekündigten Zölle fielen allerdings Vorprodukte wie sterile Schläuche, die in der Arzneiproduktion gebraucht würden.

Auch der Apothekenverband fürchtet, dass sich US-Zölle negativ auf die Arzneiversorgung in Deutschland auswirken könnten. "Für die deutsche und europäische Pharmaindustrie ist die USA ein wichtiger Absatzmarkt. Wenn der durch erhöhte Zölle behindert wird, kann das dazu führen, dass die Produktion in Deutschland durch mangelnde Wirtschaftlichkeit eingeschränkt wird", sagte Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), der Funke-Mediengruppe. Die Lieferketten seien schon seit Jahren instabil, kontinuierlich fehlten rund 500 Arzneimittel. (dpa/bearbeitet von skr)

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Handwerk: US-Zölle führen in "handelspolitische Steinzeit"

  • 12:20 Uhr

Wirtschaftsvertreter fordern als Reaktion auf die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump Entlastungen für die heimische Wirtschaft. "Dieser Zollhammer führt die Welt zurück in die handelspolitische Steinzeit. Deutschland und Europa müssen jetzt schnellstmöglich eine Antwort darauf finden", verlangte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke.

Union und SPD müssten bei ihren Koalitionsverhandlungen alles für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands tun, forderte Schwannecke. "Höhere Steuern und Abgaben sind das letzte, was die deutsche Wirtschaft in dieser Lage gebrauchen kann."

Der Aussenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, sagte, die USA seien zwar Deutschlands wichtigster Handelspartner. "Die Lieferungen in die Staaten liegen allerdings bei weniger als zehn Prozent unserer Gesamtexporte. Wir sind auch auf anderen Weltmärkten gut vertreten." Das sei jetzt auszubauen, etwa mit dem Mercosur-Abkommen mit südamerikanischen Staaten und einem Handelsabkommen mit Indien.

"Brüssel, aber auch die künftige Bundesregierung in Berlin müssen jetzt ihre wirtschaftspolitischen Hausaufgaben machen: Energiekosten senken, Bürokratie abbauen und Abgaben senken." (dpa/bearbeitet von tas)

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Rutte will keine Diskussion über Zollstreit in Nato

  • 12:13 Uhr

Nato-Generalsekretär Mark Rutte will die Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump bei den derzeitigen Beratungen im Bündnis ausklammern - obwohl diese auch negative Folgen auf die Rüstungsindustrie haben könnten und ausgerechnet Russland zu den ganz wenigen Staaten zählt, die nicht davon betroffen sind. Bei dem aktuellen Treffen der Aussenminister der Bündnisstaaten gehe es nicht um wirtschaftliche Dinge, sagte der frühere niederländische Regierungschef in Brüssel. Der Fokus liege auf der Abwehr von Bedrohungen durch Russland.

Rutte betonte auch, dass er die USA weiter als verlässlichen Bündnispartner sieht. Er wies dabei auf Äusserungen des Amerikaners hin, nach denen dieser weiter hinter Artikel 5 des Nato-Vertrags steht. Dieser ist das Herzstück der kollektiven Verteidigung und regelt die Beistandspflichten im Fall eines Angriffes. (dpa/bearbeitet von tas)

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Frankreich: "Wir sind für diesen Handelskrieg bereit"

  • 11:43 Uhr

Frankreich will auf die durch US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle mit Verhandlungen und Gegenschlägen reagieren. Frankreich werde gemeinsam mit Europa antworten, sagte Regierungssprecherin Sophie Primas dem Sender RTL. "Wir sind für diesen Handelskrieg bereit."Es gebe keinen anderen Hebel als das Kräfteverhältnis, um auf Trump Einfluss zu nehmen.

"Ein erster Gegenschlag, der etwa Mitte April wirksam wird, wird seinem ersten Angriff auf Aluminium und Stahl entsprechen, der bereits im Gange ist. Und dann gibt es einen zweiten Satz von Gegenschlägen, der wahrscheinlich Ende April auf alle US-Produkte und -Dienstleistungen bereit sein wird."

Über die Höhe der Zölle und die Produkte, die von diesen Gegenmassnahmen betroffen sein werden, sei "noch nicht entschieden", sagt die Regierungssprecherin. "Das ist eine Diskussion, die zwischen den Mitgliedsländern der Europäischen Union stattfindet. Die Union muss stark sein, sie muss dafür vereint sein.". In Betracht gezogen werde eine Besteuerung der grossen Tech-Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft. (dpa/bearbeitet von skr)

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Australiens Premier: Keiner hat besseren Zoll-Deal bekommen

  • 11:26 Uhr

Australiens Premierminister Anthony Albanese hat auf die im Vergleich zu anderen Ländern eher niedrig ausgefallenen neuen US-Zölle für sein Land gelassen reagiert. "Es gibt keine Zweifel, dass niemand einen besseren Deal bekommen hat", sagte der Labour-Politiker auf einer Pressekonferenz. "Das heisst nicht, dass es eine gute Sache ist."

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zusatzzölle auf alle Güter sollen für Australien bei 10 Prozent liegen. "Das ist nicht die Handlung eines Freundes", sagte Albanese. Die Handelsbeziehung mit den USA sei wichtig, mache aber weniger als fünf Prozent aller Exporte Australiens aus. Viele andere Länder würden die Pläne deutlich härter treffen.

Den grössten Preis würden die US-Verbraucher zahlen. Mit eigenen Zöllen gegen die USA wolle man daher nicht reagieren. "Wir werden uns an keinem Wettlauf beteiligen, der zu höheren Preisen und langsamerem Wachstum führt", sagte Albanese. (dpa)

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Grünen-Chefin fordert schärfere Auflagen für US-Techkonzerne

  • 11:16 Uhr

Die Parteivorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, fordert als Reaktion auf das Zollpaket von Donald Trump strengere Auflagen für US-Techkonzerne in der EU. "Trump versteht nur Stärke, und stark ist die EU, wenn der Binnenmarkt geschlossen zusammensteht", sagte Brantner der Deutschen Presse-Agentur. Daher müsse es nun darum gehen, den EU-Binnenmarkt weiter zu stärken, in neue Technologien zu investieren und Innovation zu ermöglichen.

Zudem müsse die EU starke eigene Massnahmen ergreifen. Das plane die EU-Kommission auf Grundlage des Instruments gegen Zwangsmassnahmen. "Wir müssen zusätzlich auf die Durchsetzung unseres Rechts im digitalen Raum als auch das Kartell- und Wettbewerbsrecht pochen, um grossen US-Tech-Konzernen wie Google, Meta, Amazon oder Apple schärfere Auflagen zu machen", sagte Brantner.

Das könne von höheren Strafen bis zu strengeren Wettbewerbsauflagen reichen und müsse die konsequente Durchsetzung der europäische Gesetze Digital Markets Act und Digital Services Act gegenüber Tech-Oligarchen bedeuten. "Auch die Möglichkeit, eine Digitalsteuer einzuführen, muss auf den Tisch." (dpa)

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Habeck vergleicht US-Zollpaket mit Ukraine-Krieg - EU-Reaktion vorbereitet

  • 11:12 Uhr

Der amtierende Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht Parallelen zwischen dem Angriff Russlands auf die Ukraine und dem neuen US-Zollpaket. Die Entscheidung vom Vorabend sei durchaus vergleichbar "mit dem Beginn der Amtszeit, nämlich mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine und der drohenden Gasmangellage", sagte der Grünen-Politiker in Berlin. Es handele sich um die disruptivsten Zollerhöhungen seit 90 Jahren.

Die Darstellung von US-Präsident Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten in ihren Handelsbeziehungen übervorteilt werden, sei falsch, betonte Habeck. "Die Globalisierung bedeutet, dass wir arbeitsteilig auf der Welt vorgehen und so insgesamt gewinnen. Und einer der grössten Globalisierungsgewinner ist die USA." Die USA hätten in den vergangenen Jahre deutlich höhere Wachstumsraten gehabt als Europa. "Dass sie das in ihrem Land nicht gerecht verteilen, ist ihr innenpolitisches Problem, aber es ist einfach falsch."

Robert Habeck zeigt das geplantes Massnahmenpaket mit Gegenmassnahmen der Europäischen Kommission. © picture alliance / Jörg Carstensen/Joerg Carstensen

Habeck befürwortete, dass die EU-Kommission nun zunächst mit den USA verhandeln will, eine harte Antwort auf die Zölle von US-Präsident Donald Trump seien aber bereits vorbereitet. Bei einem Pressetermin in Berlin am Donnerstag hielt er einen Stapel Papier in die Kameras. "Doppelseitig bedruckt" seien darauf "listenweise" verschiedene Produkte aufgeführt, die von EU-Gegenmassnahmen getroffen werden sollen.

Näheres dürfe er nicht sagen, sagte Habeck weiter. Es laufe noch die Abstimmung mit den anderen EU-Ländern. "Die (EU-)Kommission wird darüber reden." Aber "da ist gut gearbeitet worden", versicherte der Grüne.

Es dürfe nun kein "Duckmäusertum" geben, sagte Habeck. Stattdessen müsse "maximaler Druck" entfaltet werden. "Was ich sehe ist, dass Donald Trump unter Druck einknickt, unter Druck Ansagen korrigiert." Aber dafür müsse er "den Druck halt auch spüren". Am Ende müsse klar sein, "dass wir uns hier nicht rumschubsen lassen werden", forderte er. (dpa/afp/bearbeitet von skr)

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Wagenknecht: Als Antwort auf US-Zölle Abkehr von Flüssiggas

  • 10:47 Uhr

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht fordert als Antwort auf US-Zölle eine Abkehr von amerikanischem Flüssiggas. Stattdessen solle Europa mehr Pipelinegas importieren, das aktuell allerdings fast nur aus Russland zu erhalten sei, meinte Wagenknecht. "Preiswerte Energie ist die beste Medizin für unsere taumelnde Wirtschaft." Zudem solle Europa in seine digitale Souveränität investieren.

"Auf keinen Fall sollten wir uns in einen Zollkrieg hineinziehen lassen, der bei uns das Leben noch teurer macht", meinte Wagenknecht. "Wir müssen raus aus der alten Digital- und der neuen Energieabhängigkeit von den USA." Dafür sollten die Nord-Stream-Pipelines wieder in Betrieb genommen werden, aber ohne Einstieg eines US-Investors, forderte sie. (dpa)

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Weidel gegen Zölle - aber keine Trump-Kritik

  • 10:44 Uhr

AfD-Chefin Alice Weidel sieht die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle kritisch, hält sich mit weiteren Einwänden aber zurück. "Zölle sind grundsätzlich Gift für den freien Handel", sagte sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Aber letztendlich geht es nicht darum, ob die Zölle nachvollziehbar oder gerechtfertigt sind, es geht darum, sie möglichst zu verhindern", sagte sie zur Frage, ob sie den Schritt mit Blick auf Trumps "America-First"-Politik, die sie in der Vergangenheit positiv bewertet hatte, für gerechtfertigt und nachvollziehbar halte.

Mit Blick auf das angekündigte Zollpaket sprach sie sich dafür aus, den USA in Verhandlungen aufzuzeigen, dass es für beide Seiten besser sei, sich zu einigen.

Kritisch äusserte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Leif-Erik Holm. "Diese Entscheidung kippt Sand ins Getriebe der Weltwirtschaft", teilt er nach Trumps Ankündigungen mit. Er glaube aber, dass ein Handelskrieg noch zu verhindern sei. Nicht Gegenmassnahmen lösten das Problem, sondern möglichst schnelle Verhandlungen. (dpa/bearbeitet von skr)

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Scholz zu US-Zöllen: "Das ist ein Anschlag"

  • 10:41 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die von US-Präsident Donald Trump weltweit verhängten Zölle als "grundfalsch" und "Anschlag" auf die globale Handelsordnung kritisiert. "Die US-Regierung beschreitet einen Weg, an dessen Ende es nur Verlierer geben wird", sagt der Kanzler am Donnerstag in Berlin. "Das ist ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat."

"Die jüngsten Zollentscheidungen des US-Präsidenten halte ich für grundfalsch", sagte Scholz weiter. "Die gesamte Weltwirtschaft wird unter diesen undurchdachten Entscheidungen leiden."

Die EU stehe für Gespräche mit der US-Regierung zur Verfügung, "um einen Handelskrieg abzuwenden". Die EU-Staaten setzten dabei auf Kooperation, nicht auf Konfrontation und würden zugleich ihre Interessen verteidigen. "Europa wird entschlossen, stark und angemessen auf die Entscheidung der USA reagieren, sagte der geschäftsführende Kanzler. (afp/bearbeitet von skr)

Olaf Scholz

Scholz: Trumps US-Zölle "Anschlag" auf globale Handelsordnung

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die von US-Präsident Donald Trump weltweit verhängten Zölle als "grundfalsch" und "Anschlag" auf die globale Handelsordnung kritisiert. Europa werde "entschlossen, stark und angemessen" auf die Entscheidung der USA reagieren, sagte der Kanzler in Berlin.

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Frankreichs Premierminister nennt US-Zölle "Katastrophe für die Weltwirtschaft"

  • 10:31 Uhr

Frankreichs Premierminister François Bayrou hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle als "Katastrophe für die Weltwirtschaft" bezeichnet. "Es bedeutet immense Schwierigkeiten für Europa", sagte Bayrou am Donnerstag in Paris. "Ich glaube, es ist auch eine Katastrophe für die USA und für deren Bürger", fügte er hinzu.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich am Nachmittag in Paris mit Vertretern der besonders betroffenen Branchen treffen. Die französischen Wein- und Spirituosenhersteller rechnen mit einem Exporteinbruch in Höhe von 800 Millionen Euro. (afp/bearbeitet von skr)

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Irischer Vize fordert Reife in Zollgesprächen

  • 09:59 Uhr

Der irische Vize-Regierungschef Simon Harris mahnt im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump zu "Reife". Es sei "absolut klar", dass Trump bei der Verkündung der Strafzölle, die insbesondere auch die EU-Länder treffen, "diesen grossen Moment wollte. Er hat ihn bekommen: Grosse Schaubilder im Rosengarten, das ist erledigt." Was jetzt gebracht werde, sei "die Reife, sich tatsächlich an einen Tisch zu setzen".

Die USA sind einer der wichtigsten Handelspartner Irlands, vor allem auch in der Pharmabranche, die zunächst von den 20-Prozent-Zöllen ausgenommen ist. Wenn er nach einem Hoffnungsschimmer suche, dann sei "es die Bereitschaft, die er signalisiert hat, mit anderen Ländern zu sprechen", sagte Harris. "Jetzt müssen wir ihn beim Wort nehmen." Irland werde aber nicht individuell verhandeln, die Stärke liege darin, EU-Mitglied zu sein, sagte Harris. (dpa)

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Aussenhandelsverband: "Frontalangriff auf den Welthandel"

  • 09:39 Uhr

Der Aussenhandelsverband BGA warnt vor erheblichen Folgen für den Welthandel durch Trumps Zolloffensive und fordert eine geschlossene Reaktion der EU. "Das ist ein Frontalangriff auf den Welthandel. Mit drastischen Zollanhebungen für mehr als 100 Handelspartner stürzt der amerikanische Präsident mit einem amerikanischen Brexit die Welt in einen offenen Handelskrieg", sagte Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Grosshandel, Aussenhandel (BGA). "Ich gehe davon aus, dass der Konflikt unser Wirtschaftswachstum erheblich beeinträchtigen wird."

Die EU müsse mit deutlichen Gegenmassnahmen reagieren. "Das funktioniert nur gemeinsam. Unser Ziel muss es sein, diesen Handelskrieg schnell zu beenden, aber wir müssen auch zeigen: Europa ist nicht erpressbar", so Jandura weiter. "Wir sollten uns auch mit den anderen betroffenen Staaten koordinieren. Neue Freihandelsabkommen fördern die Unabhängigkeit von den USA." (dpa/bearbeitet von skr)

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Dax sackt nach Zollankündigung ab

  • 09:35 Uhr

Die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben am Donnerstag die Aktienkurse kräftig ins Minus gedrückt. Der Dax rutschte zum Auftakt auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zuletzt verlor der deutsche Leitindex 2,3 Prozent auf 21.873 Punkte.

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen sank um 2,44 Prozent auf 26.824 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenfalls über 2 Prozent. Stephen Dover, Marktstratege bei Franklin Templeton, sprach vom Ende der Freihandelsära. Die Zölle von Trump seien insgesamt viel höher als erwartet. Gefragt waren in diesem Umfeld als sichere Häfen geltender Anlagen wir Gold und Staatsanleihen.

Mit dem Zollpaket gehen Konjunktursorgen einher. Die Notenbanken könnten durch lockere zins- und geldpolitische Massnahmen einen Teil der konjunkturellen Folgen abpuffern, sagte Börsenexperte Andreas Lipkow. Sie seien jedoch in dem engen Korsett der Inflationsentwicklung gefangen, welches durch die Strafzölle ebenfalls beeinflusst werde. (dpa/bearbeitet von skr)

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Eurokurs auf höchstem Stand seit 6 Monaten

  • 09:32 Uhr

Der Euro hat mit deutlichen Kursgewinnen auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung reagiert. Am Donnerstagmorgen stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0990 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Vor der Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung von weitreichenden Zöllen am Mittwochabend hatte der Euro noch 1,0850 Dollar gekostet. Der Eurokurs hatte bereits in den vergangenen Wochen angesichts von Trumps Wirtschaftspolitik massiv zugelegt.

"Bemerkenswert bleibt, dass der US-Dollar nicht als sicherer Hafen profitiert", kommentierten Experten der Dekabank. Vielmehr konnten die Kurse des Euro und des japanischen Yen aufwerten. "Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA." Allerdings sei im weiteren Handelsverlauf mit Kursschwankungen zu rechnen. Die Märkte dürften kurzfristig noch auf Verhandlungslösungen hoffen, die die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft in Grenzen halten. (dpa/bearbeitet von skr)

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Ölpreise leiden unter Zollhammer der USA

  • 09:10 Uhr

Die Ölpreise haben mit einem deutlichen Rückgang auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung und damit verbundene Konjunktursorgen reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 73,11 US-Dollar. Das waren 1,84 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,87 Dollar auf 69,84 Dollar.

Am Ölmarkt sorgen sich Anleger um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, die nach einem gewaltigen Zollpaket der US-Regierung an Schwung verlieren könnte - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage. (dpa/bearbeitet von skr)

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

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Ökonomen sehen heftigen Umbruch in Weltwirtschaft

  • 09:06 Uhr

Wirtschaftsexperten haben die neuen Zöllverkündungen des US-Präsidenten Donald Trump als massiven Einschnitt in der Weltwirtschaft gewertet. "Der gestrige Mittwoch könnte als Wendepunkt in die Geschichte des Welthandels eingehen", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, am Donnerstag. "Die US-Zölle würden damit ein Niveau erreichen wie seit 100 Jahren nicht mehr."

"Zieht Trump seine Ankündigungen durch, so könnte das das Ende der Globalisierung sein, wie wir sie kennen", fuhr Dullien fort. "Die USA würden dann ihre zentrale Rolle im Welthandel verlieren."

"Das ist ein schwerer Schock für den Welthandel", sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, dem "Handelsblatt". Wenn die Zölle so bestehen blieben wie verkündet, "dann ist das eine Zäsur für die Weltwirtschaft, wie wir sie kennen. Dann sind wir in einem anderen Welthandelsregime", fuhr Schularick fort. "Das tut richtig weh, auch den Amerikanern." Das Risiko, dass die USA in eine Rezession gehen, sei mit Trumps Zölle-Rundumschlag "um einiges wahrscheinlicher geworden".

Auch Dullien erklärte, die angekündigten Zölle hätten "das Potenzial, die US-Wirtschaft in eine Rezession zu treiben". "Aktuelle Simulationen des IMK deuten darauf hin, dass Zollerhöhungen wie jetzt angekündigt und gewisse Vergeltungsmassnahmen des Restes der Welt die USA kurzfristig mindestens zwei Prozentpunkte Wirtschaftswachstum kosten könnten", führe Dullien aus.(dpa/bearbeitet von skr)

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Ifo: "Ein bitterer Tag für die Weltwirtschaft"

  • 09:03 Uhr

Das Münchner Ifo-Institut hat scharfe Kritik an den US-Zöllen geübt. "Es ist ein bitterer Tag für die Weltwirtschaft", sagt Handelsexpertin Lisandra Flach. "Das, was wir gesehen haben, hat nichts mit Reziprozität zu tun. Die Zolldifferenz zwischen den USA und der EU beträgt durchschnittlich nur 0,5 Prozentpunkte – im Vergleich zu der angekündigten Zollerhöhung von 20 Prozent."

Die geplante Zollerhöhung markiere "einen Wendepunkt für die Weltwirtschaft und gefährdet damit fast 80 Jahre des Multilateralismus", sagt Flach. Für die Deutsche Wirtschaft erwartet sie als Folge "zunächst einen dauerhaften Rückgang des BIP um 0,3 Prozent", wobei einige Schlüsselbranchen wie Pharma, Auto und Maschinenbau stärker betroffen seien.

Insgesamt leide der Deutsche Handel dreifach: "Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert, zweitens, weil Deutschland aufgrund der geringeren Wettbewerbsfähigkeit Chinas weniger nach China exportiert, und drittens durch einen Anstieg im Wettbewerb in Deutschland, wenn beispielsweise China nach neuen Märkten sucht, um die zuvor in die USA exportierten Produkte zu verkaufen." (dpa/bearbeitet von skr)

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Bundesbank-Präsident: US-Zölle gefährden globale Stabilität

  • 09:01 Uhr

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle gefährden aus Sicht von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel die globale ökonomische Stabilität. "Die Entscheidungen zu den Zöllen bringen die Weltwirtschaft (...) auf den falschen Kurs", sagt Nagel. "Falsch, weil im Ergebnis der Wohlstand aller angegriffen wird. Das globale Wirtschaftswachstum wird zurückgehen. Die Preise werden steigen. Insgesamt wird der Grad der Verunsicherung der Wirtschaftsakteure zunehmen."

Angesichts der aktuellen Herausforderungen brauche es starke Allianzen und weniger Handelsbarrieren, sagte Nagel: "Ich appelliere an die US-Administration, die Tür für Gespräche im gemeinsamen Interesse offen zu halten. Deutschland und Europa sind Freunde der USA. In diesem Geiste können wir gemeinsam eine starke Zukunft gestalten." (dpa)

Trumps Kampfansage an die Welt: Das Mega-US-Zollpaket

Trumps Kampfansage an die Welt

Donald Trump treibt seine drastische Zollpolitik auf die Spitze. Der US-Präsident holt zu einem radikalen Rundumschlag aus, der kein Land verschont. Mit welchen Folgen?

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VDA-Präsidentin: "Das ist kein America first, das ist America alone"

  • 09:00 Uhr

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hat die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Die umfangreichen neuen reziproken US-Zölle gegenüber weiten Teilen der Welt markierten "einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Donnerstag.

Müller bezeichnete den Schritt als "Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung". Dies sei somit "die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt". "Das ist kein America first, das ist America alone."

Dieser "Protektionismus" werde "nur Verlierer produzieren", fuhr die VDA-Präsidentin fort. Zölle dieser Art reduzierten zudem den Innovationsdruck für US-Unternehmen und schwächten so mittelfristig deren internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Die angekündigten Massnahmen seien überdies "eine massive Belastung und Herausforderung sowohl für die Unternehmen als auch die globalen Lieferketten der Automobilindustrie". Die Folgen der Zölle in Höhe von 25 Prozent, die ab dem 3. April "mindestens auf Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und bestimmte Autoteile" erhoben würden, seien noch schwer einzuschätzen. "Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen."

Gerade die deutsche Automobilindustrie mit ihren über 2000 Standorten in den USA, wo rund 138.000 Beschäftigte arbeiteten, seien "das beste Beispiel für eine bereits seit Jahrzehnten in den USA vorhandene und mit den US-Wertschöpfungsnetzwerken tief verwobene Produktion vor Ort". (afp/bearbeitet von skr)

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Maschinenbau warnt vor Schäden auf beiden Seiten des Atlantiks

  • 08:53 Uhr

Die deutschen Maschinenbauer warnen vor grossen wirtschaftlichen Schäden wegen der globalen Zolloffensive der USA. "Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten pauschalen Strafzölle von 20 Prozent auf alle Produkte aus der EU richten auf beiden Seiten des Atlantiks Schaden an", sagte Bertram Kawlath, Präsident des Branchenverbands VDMA.

"Durch Strafzölle werden bilaterale Handelsprobleme nicht gelöst, sondern sie führen zu einer Spirale der Abschottung." Zölle zwischen der EU und den USA sollten nicht aufgebaut, sondern abgeschafft werden, mahnte er. "Denn sie schaden Produzenten und Konsumenten in beiden Regionen."

Rund 60 Prozent der VDMA-Mitglieder hätten in einer Umfrage bestätigt, dass sie sehr stark oder stark von den US-Strafzöllen betroffen sind, sagte Kawlath. Die genauen Folgen für die Branchen seien aber derzeit nicht abschätzbar. (dpa/bearbeitet von skr)

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BDI: Jetzt Allianzen mit anderen Handelspartnern stärken

  • 08:51 Uhr

Nach der Ankündigung des umfassenden US-Zollpakets wirbt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für ein abgestimmtes Vorgehen mit anderen Ländern. "Die EU muss jetzt ihre Allianzen mit anderen grossen Handelspartnern stärken und sollte ihre Reaktion mit ihnen abstimmen", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. "Eine koordinierte Reaktion ist auch erforderlich, um Umleitungseffekten im internationalen Handel zu begegnen."

Niedermark sagte, die angekündigten Zölle seien "ein beispielloser Angriff auf das internationale Welthandelssystem, freien Handel und globale Lieferketten". Die Begründung für diese protektionistische Eskalation sei nicht nachvollziehbar. "Sie bedroht unsere exportorientierten Unternehmen und gefährdet Wohlstand, Stabilität, Arbeitsplätze, Innovationen und Investitionen weltweit."

Die EU sei nur geschlossen handlungsfähig, betonte Niedermark. "Die Strategie der Kommission, in Kenntnis der europäischen Stärken weiterhin verhandlungsbereit zu bleiben und auf mögliche Angebote flexibel zu reagieren, unterstützen wir." (dpa)

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Schweiz reagiert kühl

  • 08:46 Uhr

Die Schweiz ist im Vergleich mit ihren Handelspartnern besonders stark von geplanten neuen US-Zöllen betroffen: 31 Prozent kündigte US-Präsident Donald Trump an. Anders als die EU-Kommission reagierte die Regierung kühl: Man nehme die Zoll-Entscheidung zur Kenntnis, schrieb Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter auf der Plattform X.

Ed McMullen, der Unternehmer und Trump-Vertraute, der in Trumps erster Amtszeit Botschafter in Bern war, lobt das. "Ich denke, Bundespräsidentin Keller-Sutter hat den richtigen Ton getroffen", sagte er der "Weltwoche". Sobald die Schweiz "die Wichtigkeit der Handelspartnerschaft mit den USA" artikuliert habe, werde der Handel weiterwachsen. (dpa)

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Taiwan will über US-Zölle verhandeln

  • 08:41 Uhr

Taiwan hat die neu verkündeten Zölle der USA unter Präsident Donald Trump als "höchst unangemessen" bezeichnet. Das Regierungskabinett halte die Einführung von Aufschlägen in Höhe von 32 Prozent gegen Waren aus der ostasiatischen Inselrepublik für "bedauerlich" und wolle mit Washington hart verhandeln, teilte der Exekutiv-Yuan mit.

Der Zollsatz spiegele die tatsächliche Lage im Handel zwischen Taiwan und den USA nicht korrekt wider und sei unfair gegenüber Taiwan, sagte Kabinettssprecherin Michelle Lee. Ministerpräsident Cho Jung-tai wies ihr zufolge das Büro für Handelsverhandlungen an, die unfairen Aspekte der Zölle zu überprüfen und eine Erklärung der US-Seite einzuholen.

Taiwan erhebt 64 Prozent auf US-Einfuhren. Das für seine Hightech-Produkte bekannte Land ist der siebtgrösste Handelspartner der USA. Im Jahr 2024 stiegen die Exporte in die USA um 32,5 Prozent. Trumps Politik ignoriere, dass sich der taiwanisch-amerikanische Handel ergänzten und Taiwans Exportanstieg auf die steigende US-Nachfrage nach Halbleitern und Produkten im Bereich Künstliche Intelligenz zurückzuführen sei. (dpa/bearbeitet von skr)

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Habeck warnt vor weltweit massivem Schaden

  • 08:20 Uhr

Nach neuen Zollverkündungen durch US-Präsident Donald Trump hat der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) davor gewarnt, dass die "US-Zoll-Manie" weltweit massiven Schaden anrichten könne. "Die US-Zoll-Manie kann eine Spirale in Gang setzen, die auch Länder in die Rezession reissen kann und weltweit massiv schadet", erklärte Habeck am Donnerstag. Das werde "schlimme Folgen für viele Menschen" haben.

"Wir haben immer auf Verhandlungen gedrängt, nicht auf Konfrontation", betonte der Grünen-Politiker. Wenn die USA allerdings keine Verhandlungslösung wollten, werde die EU eine "ausgewogene, klare und entschlossene Antwort geben". Dazu sei es notwendig, als EU geschlossen zu handeln. (afp/bearbeitet von skr)

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Bitcoin verliert nach US-Zollpaket an Wert

  • 08:18 Uhr

Der Bitcoin hat mit Verlusten auf das US-Zollpaket reagiert. Allerdings konnte die älteste und bekannteste Kryptowährung der Welt die hohen Abschläge direkt nach der Ankündigung der weitreichenden Zölle durch US-Präsident Donald Trump am Vorabend zuletzt wieder reduzieren.

Zuletzt kostete ein Bitcoin am Morgen auf der Handelsplattform Bitstamp 83.550 US-Dollar und damit rund vier Prozent weniger als vor Trumps Pressekonferenz um 22 Uhr. In der Nacht war der Kurs bis auf gut 82.000 Dollar abgesackt. (dpa/bearbeitet von skr)

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Grossbritannien bleibt zurückhaltend

  • 08:08 Uhr

Die britische Regierung bleibt nach der Verkündung der Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump bei ihrer zurückhaltenden Strategie. "Die USA sind unser engster Verbündeter", sagte Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds. Das Vereinigte Königreich sei weiterhin entschlossen, ein Handelsabkommen mit den USA abzuschliessen, "von dem wir hoffen, dass es die Auswirkungen (...) abmildern wird".

Anders als für die Länder der Europäischen Union, deren Exporte in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden, sind für Grossbritannien 10 Prozent fällig. Das Vereinigte Königreich ist seit Januar 2021 nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes und der Zollunion.

"Wir werden weiterhin mit britischen Unternehmen zusammenarbeiten, auch in Bezug auf ihre Einschätzung der Auswirkungen weiterer Schritte, die wir unternehmen", sagte Reynolds. Niemand wolle einen Handelskrieg. "Aber nichts ist vom Tisch, und die Regierung wird alles Notwendige tun, um das nationale Interesse des Vereinigten Königreichs zu verteidigen." (dpa)

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EU-Ratspräsident setzt auf Freihandel mit anderen Partnern

  • 07:50 Uhr

EU-Ratspräsident António Costa ruft nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump zu einem Ausbau der Handelsbeziehungen zu anderen Ländern auf. Es sei nun an der Zeit, die geplanten neuen Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur und Mexiko zu ratifizieren, teilte Costa am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan mit. Zudem sollten die Verhandlungen mit Indien und anderen wichtigen Partnern entscheidend vorgetrieben werden.

"Der Handel ist ein starker Motor des globalen Wohlstands", betonte der frühere portugiesische Regierungschef. Die EU werde sich auch weiterhin entschieden für freien und fairen Handel einsetzen. (dpa)

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Von der Leyen: Trump-Zölle "schwerer Schlag für die Weltwirtschaft"

  • 06:51 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle scharf kritisiert und entsprechende Reaktionen angekündigt. Die neuen Zölle seien ein "schwerer Schlag für die Weltwirtschaft", sagte von der Leyen am Donnerstag bei einem Besuch in der usbekischen Stadt Samarkand. Sie bedauerte die Entscheidung "zutiefst" und fügte hinzu, es sei "noch nicht zu spät" für Verhandlungen. Die Europäer seien aber "bereit zu reagieren".

Die EU-Mitgliedsstaaten arbeiteten bereits an einem "neuen Paket" von Gegenmassnahmen. "Wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmassnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte die Kommissionschefin.

Aus von der Leyens Sicht werden die neuen Zölle insbesondere den Verbrauchern in aller Welt schaden. "Das wird sofort spürbar sein. Millionen von Bürgern werden höhere Lebensmittelrechnungen haben. Medikamente werden teurer, ebenso wie Transportmittel. Die Inflation wird ansteigen", warnte sie.

Von der Leyen sagte, die EU werde "genau beobachten, welche indirekten Auswirkungen diese Zölle haben könnten". Europa werde sich "an die Seite derjenigen stellen, die direkt betroffen sind". Sie hoffe, dass die US-Regierung "wirklich an einer Zusammenarbeit mit der EU interessiert" sei. "Aber ich bin nicht zuversichtlich", fügte sie hinzu. (afp/bearbeitet von skr)

Drohender Handelskrieg: EU bereitet nach Trumps Zollankündigung Gegenmassnahmen vor

EU bereitet nach Trumps Zollankündigung Gegenmassnahmen vor

Teurere Lebensmittel und Probleme für Unternehmen: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rechnet mit immensen Folgen der Zollentscheidung der USA. Sie bereitet nun die Reaktion Europas vor.

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Japan: US-Zollpaket äusserst bedauerlich

  • 06:50 Uhr

Japan hat mit ernster Besorgnis auf die US-Ankündigung eines gewaltigen Zollpakets reagiert. Man habe der amerikanischen Seite gesagt, dass die Massnahmen "äusserst bedauerlich"seien, sagte Regierungssprecher Yoshimasa Hayashi zu japanischen Journalisten. Man habe "nachdrücklich gebeten", die Massnahmen zu überdenken. Trumps Regierung will neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern einführen. Hinzu kommen individuelle Strafabgaben - im Falle der Hightech-Nation Japans sind es 24 Prozent.

Japans Ministerpräsident Shigeru Ishiba wies laut örtlichen Medienberichten die betroffenen Minister seiner Regierung an, die Auswirkungen auf das eigene Land eingehend zu prüfen. Der japanische Handelsminister Yoji Muto sprach demnach mit seinem US-Kollegen Howard Lutnick und sagte ihm, dass das US-Zollpaket Unternehmen erschweren werde, auf dem US-Markt zu investieren und der grössten Volkswirtschaft der Welt schaden werde.

Zur Frage möglicher Vergeltungsmassnahmen wollte sich Muto vor der heimischen Presse nicht konkret äussern. Man werde abwägen müssen, was dem nationalen Interesse Japans dienlich sei, wurde der Handelsminister zitiert. (dpa)

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China droht mit einer Reaktion

  • 06:33 Uhr

China hat den USA nach der Verkündung weiterer Zölle durch Präsident Donald Trump mit Gegenmassnahmen gedroht. Die Volksrepublik habe die Ankündigung wechselseitiger Zölle zur Kenntnis genommen und lehne diese entschieden ab, teilte das Handelsministerium in Peking mit. China werde entschlossen Gegenmassnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen.

Trumps gewaltiges Zollpaket ist faktisch eine Kampfansage an Handelspartner in aller Welt. Bereits vor der Ankündigung hatten die USA Waren aus China, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Zöllen belegt, worauf Peking mit eigenen Massnahmen reagierte. Nun treffen die Volksrepublik zusätzlich Aufschläge von 34 Prozent, was die Zollbelastung für viele Produkte aus Fernost in Summe auf mehr als 50 Prozent steigen lässt.

Die wechselseitigen Zölle, die auf "subjektiven und einseitigen Einschätzungen der USA" beruhten, stünden nicht im Einklang mit den internationalen Handelsregeln, kritisierte das chinesische Handelsministerium. "Rechte und Interessen der betroffenen Parteien" würden untergraben, es handele sich um eine "typisch einseitige Art der Schikane". Die Behörde forderte die US-Regierung auf, ihre Zölle unverzüglich aufzuheben und Differenzen im Dialog zu lösen. (afp)

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Parlament in Brasilien billigt Gesetz über Gegenmassnahmen

  • 06:17 Uhr

Nach der Ankündigung neuer US-Zölle hat der brasilianische Kongress ein Gesetz gebilligt, das der Regierung eine Reaktion auf mögliche Handelskonflikte erlaubt. Das sogenannte Gesetz über die wirtschaftliche Gegenseitigkeit wurde am Mittwoch einstimmig vom Repräsentantenhaus verabschiedet, nachdem am Dienstag bereits die zweite Kongresskammer, der Senat, grünes Licht gegeben hatte.

Das Gesetz besagt, dass die Regierung "Gegenmassnahmen" zu "Aktionen, Strategien oder einseitigen Praktiken eines Landes oder Wirtschaftsblocks ergreifen" kann, die sich "negativ auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Waren und Produkte auswirken". Es sei "ein zusätzliches Instrument in den Händen der Regierung in den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten", sagte der Abgeordnete Lindbergh Farias.

Das brasilianische Aussenministerium erklärte unterdessen sein "Bedauern" über die von Trump angekündigten zusätzlichen Zölle auf Importe aus Brasilien und anderen Handelspartnern weltweit. Die brasilianische Regierung prüfe alle möglichen Massnahmen, "um die Gegenseitigkeit im bilateralen Handel zu gewährleisten, einschliesslich der Inanspruchnahme der Welthandelsorganisation", hiess es.

Das südamerikanische Land ist nach Kanada der zweitgrösste Stahlexporteur in die Vereinigten Staaten. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sagte vergangene Woche, sein Land könne als Reaktion auf die Zölle "nicht stillhalten". (afp/bearbeitet von skr)

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Tokios Börse gibt deutlich nach

  • 06:06 Uhr

Die Börse in Tokio hat nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zum gewaltigen Zollpaket für Handelspartner der Vereinigten Staaten stark nachgegeben. In den ersten 15 Handelsminuten fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages um rund vier Prozent. Im weiteren Handelsverlauf machte er etwas Boden gut und notierte um 11 Uhr Ortszeit ein Minus von noch 926,06 Punkten oder 2,59 Prozent beim Zwischenstand von 34.799,81 Zählern. (dpa/bearbeitet von skr)

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Goldpreis steigt nach Zoll-Ankündigung auf Rekordhoch

  • 05:54 Uhr

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle haben dem Goldpreis einen neuen Höchstwert beschert. Die Feinunze des als krisensicher geltenden Edelmetalls wurde am Donnerstagmorgen um 01.45 MESZ mit 3159 Dollar (2906 Euro) gehandelt. Damit übertraf der seit Anfang des Jahres um fast 20 Prozent gestiegene Goldpreis sein jüngstes Rekordhoch vom Vortag. (afp/bearbeitet von skr)

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Meloni hält Trumps Zollpaket für falsch

  • 05:19 Uhr

Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Einführung weitreichender neuer Zölle durch die USA als "falsche" Massnahme kritisiert. Das von US-Präsident Donald Trump verkündete gewaltige Zollpaket, das auch die Europäische Union hart trifft, nütze weder den USA noch Europa, schrieb Meloni in einem Post in den sozialen Medien. Bereits zuvor hatte die Regierungschefin vor einem möglichen Handelskrieg gewarnt. Sie gilt im Kreis der Europäer als bevorzugte Ansprechpartnerin Trumps und bot sich bereits mehrfach als Brückenbauerin zwischen den USA und der EU an.

"Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um auf eine Einigung mit den USA hinzuarbeiten, mit dem Ziel, einen Handelskrieg zu verhindern, der den Westen unweigerlich zugunsten anderer globaler Akteure schwächen würde", teilte die Politikerin mit. Ihre Regierung werde weiter im "Interesse Italiens und seiner Wirtschaft handeln" und sich dafür mit europäischen Partnern beraten. (dpa/bearbeitet von skr)

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EVP-Vorsitzender Weber offen für Gespräche

  • 05:05 Uhr

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle als schädlich für die USA und Europa bezeichnet. Die Zölle verteidigten nicht den freien Handel, sondern "schaden beiden Seiten des Atlantiks", schrieb Weber am Mittwochabend auf Englisch im Onlinedienst X. Europa sei "geeint" und "bereit, seine Interessen zu verteidigen". Gleichzeitig sei Europa jedoch "offen für faire" Gespräche.

"Wir wollen einen guten Deal mit den USA", fuhr Weber fort. "Ohne Verlierer – nur Gewinner." (afp/bearbeitet von skr)

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Verband der Chemischen Industrie warnt vor Eskalation

  • 04:50 Uhr

Die deutsche Chemieindustrie verlangt von der EU einen "kühlen Kopf" bei der Reaktion auf die weitreichenden neuen Zölle der USA. "Die USA sind und bleiben ein zentraler Handelspartner für Deutschland", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VCI, Wolfgang Grosse Entrup, einer Mitteilung zufolge. "Eine Eskalationsspirale würde den Schaden nur vergrössern. Unser Land darf nicht zum Spielball eines ausufernden Handelskrieges werden." Die EU müsse in ihrer Reaktion "flexibel und im engen Dialog mit Washington bleiben." (dpa/bearbeitet von skr)

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EU-Handelspolitiker Bernd Lange: Werden nicht klein beigeben

  • 04:32 Uhr

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament erwartet schwerwiegende negative Konsequenzen der neuen Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump. "Diese ungerechtfertigten, illegalen und unverhältnismässigen Massnahmen können nur zu einer weiteren Eskalation und einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale für die USA und die Welt insgesamt führen", sagte der deutsche SPD-Politiker Bernd Lange. Trump möge von einem Tag "Tag der Befreiung" sprechen, aus der Sicht des Normalbürgers sei es allerdings eher ein "Tag der Inflation". Die schwerste Last in einem Handelskrieg komme dabei auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA zu.

"Diese breit gestreuten Zölle werden Prozesse und Produktion nur noch ineffizienter machen", erklärte Lange. Die Massnahmen verursachten eine schädliche Unsicherheit für das Investitionsklima. Die Entwicklung an den Aktienmärkten könnten kaum deutlicher sein.

Mit Blick auf die möglichen Antworten auf die Zoll-Politik von Trump sagte Lange: "Alle betroffenen Länder müssen geschlossen reagieren und eine klare Botschaft an die USA senden, um diesem Zollwahnsinn ein Ende zu setzen." Als EU werde man nun prüfen, welche Instrumente im Werkzeugkasten am besten geeignet seien.

Dann sei zu hoffen, dass die Argumente und die Entschlossenheit der Antwort genügend Anreize bieten, um die USA an den Verhandlungstisch zu bringen. Er wünsche sich, dass die Regierung von Trump an einem Dialog mit der EU interessiert sei, sagte Lange. Aber sicher sei er sich dessen nicht. Für den Fall mangelnder Verhandlungsbereitschaft der USA prophezeit der SPD-Europaabgeordnete eine harte Auseinandersetzung. "Wir werden nicht klein beigeben: Wir werden unsere Souveränität verteidigen", warnt er. (dpa/bearbeitet von skr)

Mit Material von dpa und afp