- 23:15 Uhr ➤ Chinas Gegenzölle sorgen für Ausverkauf an der Wall Street
- 18:25 Uhr: US-Notenbankchef warnt vor Inflation, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsflaute
- 17:02 Uhr: Erste Klage in den USA gegen Trumps Zölle
- 16:29 Uhr: Ausgerechnet sie könnten besonders heftig unter Trumps Zöllen leiden
- 15:12 Uhr: Rutte: Handelsstreit sollte nicht Diskussionen um Sicherheit beeinträchtigen
- 14:28 Uhr: Trumps Zollpaket erschüttert Afrika: "Blutbad auf dem Arbeitsmarkt"
- 12:50 Uhr: China verhängt Gegenzölle von 34 Prozent auf US-Produkte
- 10:22 Uhr: Wirtschaftsweise erwartet "Inflationsschock" in den USA
➤ Chinas Gegenzölle sorgen für Ausverkauf an der Wall Street
- 23:15 Uhr
Die Ankündigung von Gegenzöllen auf US-Importe durch China hat den jüngsten Kurseinbruch an den New Yorker Börsen am Freitag noch verschärft. Der Dow Jones Industrial sackte um weitere 5,50 Prozent auf 38.314,86 Zähler ab. Die hohen Verluste wurden von weit überdurchschnittlichen Handelsumsätzen begleitet, die wohl den Begriff Ausverkauf rechtfertigen.
Am Vortag war der weltweit bekannteste Aktienindex bereits um 4 Prozent gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump umfangreiche Importzölle angekündigt hatte. Der Dow fiel am Freitag auf den niedrigsten Stand seit Mitte vergangenen Jahres. Mit einem Wochenminus von mehr als 8 Prozent war es für den Dow die verlustreichste Börsenwoche seit Jahren.
Der von den grossen Technologieaktien dominierte Nasdaq 100 büsste 6,07 Prozent auf 17.397,70 Punkte ein und fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2024. Im Börsenjahr 2025 steht mittlerweile ein Verlust von mehr als 17 Prozent zu Buche. Wie schon am Vortag zählten die Papiere grosser Chip-Hersteller zu den grössten Verlierern. Der marktbreite S&P 500 rutschte um 5,97 Prozent auf 5.074,08 Zähler ab. Der Wochenverlust war der grösste seit März 2020. (dpa/bearbeitet von br)
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Donald Trump kündigt gewaltiges Zollpaket an
- US-Präsident Donald Trump hat ein gewaltiges Zollpaket verkündet, das auch die Europäische Union hart trifft.
- Die US-Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten ein. Für viele Länder sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen.
- Auf Einfuhren aus der EU in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.
- "Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die amerikanische Industrie wiedergeboren wurde", sagte Trump.
Die weiteren Meldungen vom 04. April:
US-Notenbankchef warnt vor Inflation, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsflaute
- 18:25 Uhr
Angesichts der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat der Chef der Notenbank Fed, Jerome Powell, vor negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft gewarnt. Powell sagte am Freitag bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Virginia, er rechne mit "höherer Inflation und langsamerem Wachstum" sowie steigenden Arbeitslosenzahlen. Es sei zudem "zu früh" für die von Trump geforderte Leitzinssenkung.
Fed-Chef Powell betonte, es sei nach den Ankündigungen des Präsidenten vom Mittwoch nun klar, dass die Zollaufschläge "deutlich höher als erwartet" ausfielen. Auch die wirtschaftlichen Folgen seien deshalb schwerwiegender.
Die ersten Zollaufschläge in Höhe von zehn Prozent treten am Samstag in Kraft, die von 20 Prozent für die EU kommende Woche Mittwoch. Trump drängte Powell kurz vor dessen Rede erneut dazu, die Leitzinsen zu senken. Notenbanken betreiben ihre Geldpolitik aber unabhängig von Weisungen der Politik. (afp/bearbeitet von phs)
Erste Klage in den USA gegen Trumps Zölle
- 17:02 Uhr
In den USA ist eine erste Klage gegen die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump eingereicht worden. Die New Civil Liberties Alliance (NCLA) wirft Trump vor, mit den zunächst gegen Mexiko, Kanada und China eingeführten Zollaufschlägen gegen die Verfassung zu verstossen, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte. Das von Trump zur Rechtfertigung der Zölle herangezogene Gesetz sei nur für Notfälle vorgesehen.
Der Präsident hatte im Februar, kurz nach seinem Amtsantritt, Zölle in Höhe von 25 Prozent gegen die Freihandelspartner Kanada und Mexiko sowie in Höhe von zehn Prozent gegen China verhängt. Er begründete die Aufschläge damit, dass die Länder nicht genug gegen den Drogenschmuggel und die illegale Migration in die USA täten. Dabei berief er sich auf ein Gesetz von 1977, das dem Staatschef erweiterte Befugnisse bei Handelsfragen im Falle eines nationalen Notstands einräumt.
Dass dieser vorliegt, bezweifelt die NCLA. Das Gesetz sei für externe Bedrohungen vorgesehen, "nicht um den Präsidenten einen Blankoscheck auszustellen, damit sie über ihre interne Wirtschaftspolitik entscheiden können", heisst es in der bei einem Gericht in Florida eingereichten Klageschrift.
Seit Februar hat Trump zahlreiche weitere Zölle verhängt. Die umfassendsten davon verkündete er am Mittwoch. Sie betreffen nahezu alle Produkt und alle Länder weltweit. Die Finanzmärkte befinden sich seitdem aus Angst vor einem offenen globalen Handelskonflikt im freien Fall. (afp)
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Ausgerechnet sie könnten besonders heftig unter Trumps Zöllen leiden
- 16:29 Uhr
In den USA könnten die Verbraucher die neuen Zölle des Präsidenten als erste und besonders heftig zu spüren bekommen. Viele importierte Produkte dürften sich nun verteuern, vor allem in drei Kategorien.
Der Importanteil von Lebensmitteln in den USA ist seit Jahren steigend. Viele davon stammen aus den Nachbarstaaten Kanada und Mexiko, die von der jüngsten Zollankündigung des Präsidenten nicht betroffen sind. Viele weitere Produkte und insbesondere solche, die nicht oder nur schwierig in den USA produziert werden können, kommen jedoch von weiter her.
Auch im Technologie-Bereich dürften US-Verbraucher nicht verschont bleiben. Viele Produkte, auch die grosser US-Marken wie Apple und Tesla, werden in Asien hergestellt oder montiert. Der iPhone-Hersteller etwa hat zwar seine Lieferkette in den vergangenen Jahren breiter aufgestellt, die meisten seiner Smartphones werden aber weiterhin von dem taiwanischen Auftragsfertiger Foxconn in China hergestellt. Auf Importe aus China hat Trump insgesamt 54 Prozent Zollaufschläge verhängt. Zusätzlich zu den am Mittwoch angekündigten allgemeinen Zöllen hatte Trump zuvor bereits branchenspezifische Zölle in Höhe von 25 Prozent für im Ausland gefertigte Autos verhängt, die sich dadurch in den USA verteuern dürften. Die Aufschläge sollen auch auf bestimmte Autoteile ausgeweitet werden, was auch die Produktion in den USA verteuern würde.
Die Aktien von Bekleidungs- und Textilunternehmen, die von billigen Arbeitskräften in ärmeren Ländern abhängig sind, fielen am Donnerstag besonders stark. Der Sportartikelhersteller Nike etwa sackte um 13 Prozent ab, die Modekette Gap um 20 Prozent. Die drei wichtigsten textilproduzierende Länder - China, Bangladesch und Vietnam - gehören zu den am härtesten von Trumps Zollankündigungen getroffenen Handelspartnern. Das Budget Lab der Yale University schätzt, dass die Auswirkungen aller bisher von Trump angekündigten Zölle die Kosten für Kleidung und Textilien im Allgemeinen um 17 Prozent erhöhen würden. (afp/bearbeitet von phs)
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Rutte: Handelsstreit sollte nicht Diskussionen um Sicherheit beeinträchtigen
- 15:12 Uhr
Nato-Generalsekretär
US-Präsident Donald Trump hatte einen Tag vor Beginn des Nato-Treffens seine Drohungen wahrgemacht und gegen Handelspartner weltweit neue Zölle verhängt. Für Importe aus der EU sind grundsätzlich Zölle von 20 Prozent vorgesehen. Die Massnahmen aus Washington hatten den Beginn des Aussenministertreffens in Brüssel überschattet.
Rutte nannte es "völlig zulässig und logisch", dass die anwesenden Aussenminister sich zu den Zöllen äusserten. Seine Rolle sei es jedoch, sich auf die Verteidigung des Nato-Gebiets zu konzentrieren. "Ich glaube nicht, dass ich diesem Bündnis helfe, wenn ich mich zu etwas äussere, das nicht wirklich Teil der Bündnispolitik ist", verdeutlichte er. (afp)
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Trumps Zollpaket erschüttert Afrika: "Blutbad auf dem Arbeitsmarkt"
- 14:28 Uhr
Afrikanische Länder bereiten sich infolge der neuen US-Zölle auf einen wirtschaftlichen Schock vor. Viele Regierungen haben Sorge und Empörung bekundet. Der Handelsminister von Lesotho, das mit der höchsten Tarifrate von 50 Prozent belegt wurde, warnte vor einem "Blutbad auf dem Arbeitsmarkt" des 2,3 Millionen-Einwohner-Landes. Die Wirtschaft des kleinen Binnenstaats im südlichen Afrika hängt in hohem Masse vom Export von Textilien und Diamanten in die USA ab. "Wir stecken in grossen Schwierigkeiten", sagte Handelsminister Mokhethi Shelile. Er hoffe, Lesotho werde schnellstmöglich mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump neu verhandeln können.
Ähnlich wie in Lesotho gefährden die Strafzölle die Textilindustrien der südostafrikanischen Inselstaaten Mauritius und Madagaskar, deren Zölle auf 40 Prozent und 47 Prozent angehoben wurden. Vertreter beider Regierungen gaben sich zunächst pragmatisch und sagten, sie bemühten sich um bilaterale Neuverhandlungen. Ebenfalls stark betroffen ist die stärkste Wirtschaftsmacht des Kontinents, Südafrika, deren Regierung sich über den neuen Zollsatz von 30 Prozent entrüstet zeigte. "Einseitig eingeführte Strafzölle sind besorgniserregend und stellen ein Hindernis für den Handel und den gemeinsamen Wohlstand dar", teilte die Präsidentschaft mit. Südafrika führt in grossen Mengen Platin, Gold und Eisen, Fahrzeuge sowie Zitrusfrüchte in die USA aus.
Zu weiteren afrikanischen Ländern, die besonders von der neuen Zollregelung betroffen sind, gehören Botsuana mit 37 Prozent, Angola mit 32 Prozent, Libyen mit 31 Prozent, Algerien mit 30 Prozent, Tunesien mit 28 Prozent und die Elfenbeinküste mit 21 Prozent. Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die neuen Zölle das Agoa-Handelsabkommen ausser Kraft setzen werden, das aktuell vielen afrikanischen Staaten zollfreien Zugang zum US-Markt gewährt, aber im September ausläuft. (dpa/bearbeitet von phs)
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China verhängt Gegenzölle von 34 Prozent auf US-Produkte
- 12:50 Uhr
Mit der Ankündigung Chinas von hohen Gegenzöllen eskaliert der Handelskonflikt mit den USA. Das chinesische Finanzministerium hat Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent angekündigt, die am 10. April in Kraft treten sollen. Zudem hat Peking elf amerikanische Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, welche es den betroffenen Firmen de facto unmöglich macht, weiter Handel in China oder mit chinesischen Unternehmen zu betreiben.
Ebenfalls rief die chinesische Regierung mit sofortiger Wirkung Ausfuhrkontrollen für mehrere Seltene Erden in die USA aus. Schlussendlich kündigte Peking an, bei der Welthandelsorganisation (WTO) eine Klage gegen die USA einzureichen.
Die von China getroffenen Massnahmen werden von Beobachtern als klares Zeichen gedeutet, dass man im Handelskrieg gegen die USA nicht klein beigeben werde. (dpa/bearbeitet von phs)
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Wirtschaftsweise erwartet "Inflationsschock" in den USA
- 10:22 Uhr
Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier geht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump wegen der Auswirkungen seiner Zollpolitik innenpolitisch unter Druck stehen wird. Die US-Amerikaner seien nicht bereit, auf Wohlstand zu verzichten, sagte die Ökonomin von der University of California Berkeley im Deutschlandfunk.
Den USA stehe aber ein "Inflationsschock" bevor, und der werde der Trump-Regierung zugerechnet werden. "Wenn ich es nicht mehr schaffe, das Essen für meine Familie auf den Tisch zu bringen, wenn ich mir Sorgen mache bei meinen täglichen Ausgaben, betrifft mich das unmittelbar." Es sei die Frage, wie Trump damit umgehe.
Die negative Reaktion der Börsen und Finanzmärkte sei ein deutliches Signal, was die Wirtschaft davon halte. Es habe die grössten Kursverluste der letzten Jahre gegeben. Das treffe auch die US-Pensionskassen, die Geld in Wertpapieren angelegt haben, und die Leute, die sich auf die Zahlungen der Kassen verlassen.
Mit Blick auf die EU sagte Malmendier, sie hoffe, dass es Verhandlungen gebe statt Eskalation. Grundsätzlich müsse man jedoch davon ausgehen, dass Trump von seiner Idee, die amerikanische Industrie zu beschützen, nicht abgehen werde. Die Europäer müssten jetzt ihren Binnenmarkt stark machen und noch bestehende Hemmnisse in der EU abbauen. Nötig sei auch eine Kapitalmarktunion. Malmendier ist Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die die Bundesregierung berät. Sie lehrt als Professorin an der Haas School of Business der University of California. (dpa/bearbeitet von phs)
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