Stuttgart/Berlin - Gebäude mit schlecht gedämmter Aussenhülle verschwenden Energie. Diese geht etwa beim Heizen über die Aussenhülle oder den Schornstein verloren. Eine gute Dämmung kann hingegen einen Beitrag zu einem klimafreundlicheren Gebäude leisten.

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Zumal mit Dämmstoffen in der Regel sehr viel mehr Energie eingespart wird, als für deren Herstellung nötig ist, schreibt Zukunft Altbau, ein vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördertes Informationsprogramm.

Verschiedene Materialien in der Übersicht

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Materialien für Dämmstoffe. Diese kann man in drei Kategorien unterteilen. Zukunft Altbau erklärt die Unterschiede:

  1. Synthetische Dämmstoffe - sie werden meist auf Basis fossiler Rohstoffe hergestellt. Dazu gehören etwa Polyurethan, Polystyrol oder Phenolharz.
  2. Mineralische Dämmmaterialien - dazu gehören etwa Stein- oder Glaswolle.
  3. Naturnahe Dämmstoffe bestehen aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen, wie Holzfasern oder Zellulose, Hanffasern, Stroh oder Seegras.

Am weitesten verbreitet sind bisher Dämm-Materialien auf Basis fossiler Rohstoffe sowie mineralische Dämmstoffe. Diese werden laut Zukunft Altbau besser vermarktet und sind häufig günstigster. Zudem besitzen sie im Verhältnis hervorragende Dämmwerte. Gegenüber naturnahen Dämmstoffen sei bei ihnen weniger Dämmstärke notwendig, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

"Natürliche Dämmstoffe wie Holzfaser, Hanf oder Zellulose sind besonders nachhaltig und feuchtigkeitsregulierend", so Erik Stange vom Bauherren-Schutzbund (BSB). Dafür seien sie oft etwas teurer und nicht immer für jede Anwendung geeignet.

Neben der Dämmwirkung sind wichtige Kriterien: Brandschutz, Feuchte-Verhalten, Wärmeleitfähigkeit, ökologische Verträglichkeit und die spätere Entsorgung. "Es kommt darauf an, dass der Dämmstoff zur konkreten Bausituation passt – ob Neubau oder Sanierung – und zu den individuellen Anforderungen, etwa in puncto Nachhaltigkeit oder Schallschutz", so Stange.

Ökobilanz im Blick

Wichtig zu wissen: Fast alle naturnahen Dämmstoffe haben sogenannte Additive, also Zusatz- und Hilfsstoffe, die einerseits die baulichen Eigenschaften verbessern, andererseits zum Ende der Lebensdauer deren Verwertung erheblich erschweren, erklärt Zukunft Altbau. Denn bislang könnten sie demnach nicht einfach in den Naturkreislauf zurückgeführt werden.

Bauen mit Stroh
Strohballen sind als Dämmstoff günstig, nachhaltig und energetisch hochwertig. © dpa / Swen Pförtner/dpa

Wem die Ökobilanz wichtig ist, der sollte Stange zufolge darauf achten, welche Auswirkungen das Material auf die Umwelt hat - von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Entsorgung. Also Materialien wählen, die selbst umweltschonend sind und nicht während der Herstellung oder aufgrund der chemischen Zusammensetzung Schadstoffe enthalten oder freisetzen.  © Deutsche Presse-Agentur