Bonn - Beim Gedanken an den samtpfotigen Liebling auf dem OP-Tisch läuft vielen Katzenhaltern ein Schauer über den Rücken. Manchmal ist eine Operation allerdings unumgänglich. Nämlich dann, wenn der Kater oder die Katze kastriert werden muss. Aber muss das überhaupt sein?

Mehr zum Thema Haustiere

Dalia Zohni, Heimtier-Fachreferentin beim Deutschen Tierschutzbund, hat darauf eine klare Antwort: "Katzenbesitzer haben eine Schlüsselrolle im Kampf gegen das Leid der Strassenkatzen inne. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz, indem sie ihre eigene Katze kastrieren lassen".

Viele Strassenkatzen stammen von nicht kastrierten Tieren aus Privathaushalten ab. Auf der Strasse kämpfen sie ums Überleben oder landen letztendlich im (überfüllten) Tierheim. Indem man seinen Schützling kastriert, sorgt man also dafür, dass sich Katzen nicht unkontrolliert vermehren können.

Was spricht noch für eine Kastration?

Jede zehnte gehaltene Katze in Deutschland ist nicht kastriert - das berichtet der Deutsche Tierschutzbund in seinem "Grossen Katzenschutzreport". Abgesehen vom Tierschutz gibt es aber noch andere Gründe, die für eine Kastration sprechen:

  • Die Kastration beim Tierarzt ist ein Routineeingriff - das Risiko ist für gesunde Tiere also überschaubar.
  • Durch die Kastration werden keine Sexualhormone mehr gebildet. Die Tiere sind dadurch ausgeglichener. Aber: Temperamentlos und träge werden sie dadurch nicht.
  • Kastrierte Katzen werden nicht automatisch dick und träge. Wichtig ist, dass man die Futtermenge der Aktivität des Tieres anpasst.
  • Es kommt zu weniger Streitigkeiten, was die Gefahr für Verletzungen reduziert. Freigängerkatzen legen zudem nicht mehr so weite Strecken zurück. Das senkt das Risiko, im Strassenverkehr zu verunglücken.
  • Werden weibliche Katzen nicht kastriert, besteht die Gefahr, dass sie dauerrollig werden. Das kann Erkrankungen wie Gebärmutterentzündungen oder Tumoren zur Folge haben.

Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes sollten auch die Kosten kein Hindernis sein. "Tiere zu halten ist insgesamt sehr kostspielig. Die einmalig anfallenden Kosten für eine Kastration sollten vor der Anschaffung einer Katze mit eingeplant werden", so Zohni. Für eine Kastration fallen in der Regel Tierarztkosten in Höhe von 150 bis 300 Euro an.  © Deutsche Presse-Agentur

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.