Ist die Luftfeuchtigkeit hoch oder hat sich Schimmel gebildet, gibt es verschiedene Hilfsmittel dagegen. Doch eignet sich auch Katzenstreu als Luftentfeuchter, wie in letzter Zeit öfter zu lesen ist?
Wenn es im Badezimmer oder Keller zu feucht wird – beispielsweise, weil der Raum sich nicht lüften lässt – kann das die Bildung von Schimmel begünstigen. Katzenstreu als Luftentfeuchter gilt als kostengünstiger Lifehack, um hohe Luftfeuchtigkeit zu senken. Mit dem Einstreu für Katzenklos soll das Problem bald der Vergangenheit angehören. Aber klappt das wirklich?
Katzenstreu als Luftentfeuchter: So soll es wirken
Katzenstreu besteht laut Stiftung Warentest aus mineralischen Rohstoffen wie Bentonit. Es gibt auch Varianten aus Pflanzen- oder Holzfasern, doch sie machen nur drei Prozent der verkauften Katzenstreu aus. Die Materialien sind hygroskopisch – das bedeutet, dass sie Feuchtigkeit anziehen und binden. Bentonit wird zum Beispiel bei Kontakt mit Feuchtigkeit klumpig.
Katzenstreu soll auch der Luft Feuchtigkeit entziehen, wenn es du in einer grossen und flachen Schale im Zimmer aufstellst – zum Beispiel, wenn es kein Fenster im Bad gibt. Aber auch im Auto soll Katzenstreu als Luftentfeuchter wirken. Dazu gibst du es in eine Dose oder eine Box mit Löchern und stellst sie an den jeweiligen Ort. Die Katzenstreu musst du regelmässig wechseln, sobald es klumpig geworden ist.
Katzenstreu als Luftentfeuchter: Leider nur sehr geringe Wirkung
Allerdings ist der Effekt, den Katzenstreu als Luftentfeuchter hat, eher gering. Du solltest also keine allzu grossen Erwartungen haben. Anders als "richtige” Luftentfeuchter bringt diese Methode kaum Verbesserung – vor allem, wenn du die Streu nur in kleinen Schalen ins Zimmer stellst. Damit Katzenstreu tatsächlich effektiv wirkt, bräuchtest du wahrscheinlich sehr grosse Mengen. Und sind bereits Schäden wie Schimmel aufgetreten, kann die Streu auch nichts mehr dagegen bewirken. Ausserdem gibt es bislang keine Studien, die nachweisen konnten, dass Katzenstreu ein guter Ersatz für professionelle Luftentfeuchter ist.
Oft werden auch Salz und Reis als Hausmittel gegen zu hoher Luftfeuchtigkeit empfohlen. Sie haben ähnlich wie Katzenstreu aber nur eine geringe Wirkung. Willst du etwas gegen Luftfeuchtigkeit tun, ist ein Hygrometer eine kostengünstige Option, um das Ausmass des Problems zu bestimmen. Mit ihm kannst du die Luftfeuchtigkeit genau überprüfen und gegebenenfalls Massnahmen ergreifen. Regelmässiges Lüften und professionelle Luftentfeuchter sind die besten Möglichkeiten, um die Luftfeuchtigkeit zu senken.
Darum solltest du Katzenstreu nicht als Luftentfeuchter verwenden
Katzenstreu hat laut Stiftung Warentest keine gute Klimabilanz, denn die Verarbeitung verbraucht viel Energie. Das gilt auch für den Transport – oft kommen die mineralischen Rohstoffe von weit weg, zum Beispiel aus Kanada. Lange Transportwege verursachen hohe CO2-Emissionen. Bei Katzenstreu kommt auch noch hinzu, dass aus Betonit in Müllverbrennungslagen Schlacke entsteht, die extra deponiert werden muss. In Hinblick auf die Entsorgung ist Katzenstreu aus pflanzlichen Fasern klar im Vorteil. Werden diese verbrannt, entsteht dabei kaum Schlacke.

Katzenstreu entsorgst du am besten über den Restmüll oder auf dem Wertstoffhof. In der Toilette hat Katzenstreu übrigens nichts verloren. Hast du eine Katze als Haustier, kannst du als Alternative selbstgemachtes Katzenstreu verwenden. © UTOPIA