Bis Ende 2017 war die Gelmerbahn nähe Grimsel die steilste Standseilbahn von Europa. Entthront wurde sie von der Stoosbahn. Dass eine Fahrt mit der Gelmerbahn diesen Sommer trotzdem viral ging, ist einem Umstand geschuldet, der einzigartig ist.

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Die Grimsel-Region im Berner Oberland zählt nicht zu den bekanntesten Reisezielen in der Schweiz. Umso dankbarer sind die Tourismus-Verantwortlichen, dass vor kurzem eine Fahrt mit der Gelmerbahn auf Instagram millionenfach angeschaut wurde.

Im Gegensatz zur Stoosbahn, deren Bau dessen Region neuen Aufschwung brachte, sind die Wagen der Standseilbahn in der Nähe des Grimselpasses ohne Verdeck. Durch diese Bauweise und durch den Zeitraffer-Effekt wirkt das Video wie eine Achterbahn-Talfahrt.

Video beschert Tausende neue Follower

Die Vermarktungsexperten von Schweiz Tourismus bestätigen gegenüber swissinfo.ch, dass solche viralen Posts auf Social Media oft Communities erreichen, die das Ferienland Schweiz kaum oder nicht kennen. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass Viralität selten planbar ist und auch Herausforderungen mit sich bringen kann.

Dies zeigte ein Video aus dem Verzasca-Tal, das im Sommer 2017 viral ging. Trotzdem werden von Schweiz Tourismus vermehrt sogenannte Influencer eingeladen, die - neben klassischem Marketing und Massenmedien - als Multiplikatoren immer wichtiger werden.

Das virale Instagram-Video bescherte dem Produzenten des Clips Tausende neue Follower, und jemand nutzte die Gunst der Stunde und widmete der Gelmerbahn einen neuen Instagram-Account.

Der virale Erfolg ging vom Instagram-Account "Visit Switzerland" aus. Anschliessend wurde der Clip von unzähligen grossen und kleinen Accounts weitergeteilt. Das Original-Video sehen Sie hier:

Das hat zur Folge, dass die spektakuläre Standseilbahn zur Zeit einen grossen Ansturm erlebt. Dabei gibt es jedoch auch lange Gesichter. Zum Einen fährt die Bahn nur alle drei Stunden und ist oft ausgebucht.

Zum Anderen sind vereinzelte Touristinnen und Touristen enttäuscht, weil die Bahn in Tat und Wahrheit viel langsamer fährt, als im Video zu sehen ist.  © swissinfo.ch

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