Die Schweiz reagiert nicht mit Gegenzöllen auf Donald Trumps Handelspolitik. Man werde aber genau hinschauen und dann entsprechend handeln.
Der frühere US-Botschafter in der Schweiz, Edward McMullen, hat sich optimistisch für die Schweiz bezüglich der von US-Präsident
"Was die Schweiz betrifft, bin ich etwas perplex", sagte McMullen in einem Interview vom Samstag dem Radio- und Fernsehsender SRF. Es ergebe keinen Sinn, wenn der Schweiz 31 Prozent Zölle auferlegt würden, während die EU bei 20 Prozent sei.
Was Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter tue, sei brillant: Sie nehme keine feindliche Position ein. Sie habe gesagt, sie werde keine Gegenzölle erheben und, dass dies der Beginn eines Prozesses sei, den die Vereinigten Staaten eingeleitet hätten, und dass sich die Schweiz an diesem Prozess beteiligen werde. Und sie werde auch sicherstellen, dass die USA alle nötigen Daten erhalten, um zu verstehen, wo man in Bezug auf die Zölle gegenüber den USA stehe. Wenn alle Informationen und Daten beisammen seien und objektiv betrachtet würden, werde die Schweiz in einer sehr guten Position sein.
Angebliche Zölle in Höhe von 61 Prozent auf US-Waren
Eine Begründung für die hohen Zölle gegenüber der Schweiz könnte die zugrundeliegende Berechnung von Donald Trump gewesen sein. So heisst es beim SRF, dass die Schweiz angeblich 61 Prozent Zölle auf US-amerikanische Waren erhebe. Die Bundespräsidentin sagte diesbezüglich: "Die Berechnungen der US-Regierung sind für den Bundesrat nicht nachvollziehbar. Wir bedauern, dass sich die USA weiter vom Freihandel und einer regelbasierten Ordnung im Welthandel entfernen."
Besonders von den amerikanischen Zöllen sind Exportprodukte wie Maschinen, Uhren, landwirtschaftliche Güter wie Kaffeekapseln, Energydrinks, Käse und Schokolade. Vor allem die Uhr- und Schokoladenhersteller – insbesondere Swatch und Richemont – treffen die Zölle besonders stark, da sie in besonderem Masse in die USA exportieren.
Ausgenommen von den Zöllen sind bislang die Pharmaunternehmen. In Amerika will man so, der Knappheit an Medikamenten vorbeugen. Auch Gold fällt nicht unter die von Trump erlassene Verordnung. (SDA, bearbeitet von the)