Neue US-Strafzölle sorgen für Unruhe an den Finanzmärkten – auch in der Schweiz. Nach der Ankündigung von hohen Abgaben auf Schweizer Exporte steht dem SMI ein deutlicher Kursrückgang bevor.

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Dabei trifft das von Trump verkündete Mega-Zollpaket nicht alle Handelspartner der USA gleichermassen. Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für die Schweiz hat der Präsident sehr hohe Zölle von 31 Prozent angekündigt.

Für den SMI zeichnet sich aktuell ein Minus von mehr als 1 Prozent zum Handelsstart ab. Der Broker IG taxiert den Leitindex gegen 6.45 Uhr auf 12'431 Punkte, was einem Minus von annähernd 130 Punkten gegenüber dem Schlusskurs bedeutet. Bereits am Mittwoch war das Barometer im Vorfeld der Zoll-Ankündigungen deutlich schwächer (-0,8 Prozent) aus dem Handel gegangen.

Dollar wird gemieden

Am Devisenmarkt wiederum wird der US-Dollar gerade gemieden. Das Euro/Dollar Paar notiert aktuell bei 1,0911. Am Mittwochabend ging es noch zu 1,0856 über den Tisch.

Auch zum Franken verliert der Greenback an Boden. So werden aktuell 0,8760 Franken je Dollar gezahlt. Am Vorabend musste man noch 0,8824 Franken über den Tresen reichen.

Mit Blick auf die Schweiz sollten Investoren zunächst ein Auge auf die Pharma und Uhrenbranche haben. Während Pharmaexporte mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte ausmachen, stellen die USA für die Uhrenbranche den wichtigsten Auslandsmarkt dar, fasst es der Anlagestratege Arthur Jurus von Oddo BHF in einem Kommentar zusammen.

Für Claude Maurer vom Bak Economics ist mit den Zöllen "am 2. April viel an Rechtssicherheit im internationalen Handel verlorengegangen". Machtpolitik trete an die Stelle von regelbasiertem Handeln. Fakt sei, dass alleine die Unsicherheit bereits enorme Kosten in Form von verlorener Wirtschaftsleistung verursache. (sda/bearbeitet von skr)