Nico Hülkenberg gibt im Haas auch in dieser Saison eine gute Figur ab. Was das für seine Zukunft bedeutet, ist weiterhin unklar: Er hat noch keinen Vertrag für 2025, bleibt aber trotzdem entspannt.

Mehr News zur Formel 1

Das Alter macht definitiv entspannter. Mit seinen 36 Jahren kann Nico Hülkenberg mit der Ungewissheit daher ganz gut umgehen. Er war ja auch schon mal drei Jahre lang raus aus dem Formel-1-Geschäft, was für zusätzliche Gelassenheit sorgt, für mehr Demut. "Es ändert dein Gefühl von der Formel 1. Du schätzt es mehr, und ich geniesse jetzt alles mehr. Ich lebe mehr den Moment", wird er von motorsport.com zitiert. "Ich geniesse das Gute und das Schlechte und nehme alles auf."

Das Auto ist besser als erwartet

Das Gute: Sein Haas-Bolide ist besser als erwartet, Hülkenberg fährt nicht wie befürchtet am Ende des Feldes herum. Er kämpft im Mittelfeld auf Augenhöhe mit einigen Konkurrenten und hat sogar schon drei Punkte einfahren können, was den Spass auf der Strecke erhöht. Für das anstehende Rennwochenende in China erhält er sogar bereits ein Update am Auto.

"Es ist kein grosses Update, sondern nur kleinere Teile, die auf dem Papier gut aussehen, aber man muss sie natürlich immer auf der Strecke verifizieren und sicherstellen, dass die Korrelation passt", sagte er. "Es ist im engen Mittelfeldkampf besser, so früh in der Saison Upgrades zu erhalten, als keine zu erhalten."

Das Schlechte: Viel weiter nach vorne wird es für Haas wohl trotzdem weiterhin nicht gehen, Podiumsplätze sind im Normalfall ausser Reichweite. Das gilt auch für Hülkenberg und den lang ersehnten Traum von einem Topteam. Auch wenn es auf dem Fahrermarkt wild zugeht: Wohl rund die Hälfte der vorhandenen Cockpits – also zehn Stück – sind für 2025 noch nicht besetzt.

"Eine interessante Situation"

"Es ist definitiv eine interessante Situation", sagte Hülkenberg. "Der Fahrermarkt ist sehr dynamisch, und ich bin sicher, dass alle Fahrer ohne Vertrag für 2025 im Moment eine Menge zu tun haben und viele Gespräche führen und ihre Optionen ausloten - und versuchen, ihre Zukunft festzuzurren. Das gilt auch für mich."

Durch den bereits im Februar verkündeten Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari kam sehr früh Bewegung in den Markt. Mercedes sucht einen Nachfolger für den siebenmaligen Weltmeister, zudem läuft bei Red Bull Racing der Vertrag von Sergio Perez aus. Zuletzt verlängerte Fernando Alonso bei Aston Martin. Doch Hülkenbergs Hoffnung auf ein Top-Cockpit ist "sehr gering. Vielleicht im nächsten Leben, ich denke nicht, dass die Reise jetzt dahin gehen wird", sagte er. 2010 feierte er sein Debüt in der Königsklasse, immer wieder wurde er mit einem Topteam wie zum Beispiel Ferrari in Verbindung gebracht, geklappt hat es damit aber genauso wenig wie mit einem Podiumsplatz.

Lesen Sie auch

Ist Audi für Hülkenberg eine Option?

Dafür soll aber die Reise in der Formel 1 generell weitergehen, denn Hülkenberg, der im Sommer 37 Jahre alt wird, kann sich vorstellen, noch ein paar Jahre zu fahren. Und dadurch könnte der Einstieg von Audi eine interessante Option werden. Ab 2026 sind die Ingolstädter am Start. Also dann, wenn das neue Reglement eingeführt wird.

Ab 2025 könnte er bei Sauber – der Rennstall wird von Audi übernommen – den Einstieg des deutschen Autobauers vorbereiten. Zweiter Fahrer bei Audi soll Spekulationen zufolge der Spanier Carlos Sainz werden, der bei Ferrari für Hamilton weichen muss. Keine Frage: Audi ist ambitioniert.

Hülkenberg lässt sich auch ohne Vertrag für 2025 nicht vom Tagesgeschäft auf der Strecke ablenken, "Ich habe das ja schon oft durch. Wenn es dich ablenkt, wäre das schlecht für dich. Du musst das Leben im Auto und auf der Strecke von der Zukunft und anderen Verhandlungen und Gesprächen trennen", sagte Hülkenberg. Und betonte: "Es ist einfach wichtig, fokussiert zu sein und jede Session zu optimieren". Und dabei entspannt zu bleiben.

Verwendete Quelle

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.