Der Hamburger SV schickt sich an, nach sieben Jahren in die Bundesliga zurückzukehren. Beim 3:0 in Nürnberg hilft auch eine frühe Rote Karte für das Team von FCN-Coach Klose. Darmstadt bezwingt Fürth und Düsseldorf schöpft Aufstiegshoffnung. Die Samstagsspiele der 2. Bundesliga im Überblick.
Angeführt vom herausragenden Turbo-Dribbler und Torschützen Jean-Luc Dompé ist der Hamburger SV beim 1. FC Nürnberg in Überzahl an die Spitze der 2. Bundesliga gestürmt. Die Rückkehr in die deutsche Topliga rückt sieben Jahre nach dem ersten Bundesliga-Abstieg für die Hanseaten nach dem 3:0 (2:0) im Duell der Traditionsclubs näher.

Vor 47.300 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion lief alles ideal für die Gäste, während für die FCN-Elf von Trainer
Spielentscheidend war auch, dass "Club"Stürmer Janis Antiste nach einem groben Tritt gegen die Wade von Daniel Elfadli früh die Rote Karte sah (16.). Umstritten war dabei, dass Schiedsrichter Timo Gerach erst Gelb gezeigt hatte. Musste der Video-Assistent eingreifen? War Gelb eine klare Fehlentscheidung?
Auf jeden Fall war es die Schlüsselszene. In Unterzahl waren die Nürnberger ohne einige Stammkräfte wie den verletzten Topstürmer Stefanos Tzimas ohne Chance. Der HSV kompensierte dagegen auch den Ausfall von Torjäger Davie Selke wegen Rückenproblemen. Schliesslich hatte er Matchwinner Dompé.
Die Nürnberger, die eine Woche nach der Niederlage in Regensburg noch mal in den Kampf um Platz drei eingreifen wollten, kamen nur einmal durch Ondrej Karafiat dem 1:1 nahe (31.). Hamburg dominierte. Emir Sahiti traf den Pfosten (60.). Und mehrmals verhinderte FCN-Torwart Jan Reichert weitere HSV-Tore.
Düsseldorf besiegt Münster und schöpft Aufstiegshoffnung
Ein Kopfballtor von Dawid Kownacki hat Fortuna Düsseldorf neue Hoffnung im Aufstiegsrennen beschert und die Abstiegssorgen bei Preussen Münster vergrössert. Mit seinem elften Saisontreffer (15. Minute) erzielte der Stürmer das entscheidende Tor beim 1:0 (1:0) gegen den Aufsteiger aus Westfalen. Nach einer Roten Karte gegen Myron van Brederode (69.) mussten die Hausherren in den letzten 20 Minuten in Unterzahl spielen.
Durch den Sieg rückt das Team von Trainer Daniel Thioune vorübergehend auf Rang fünf vor und liegt mit 44 Zählern vorerst nur noch zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Münster unter Trainer Sascha Hildmann bleibt als Tabellen-15. tief im Abstiegskampf und steht nur dank des besseren Torverhältnisses noch über dem Strich.
Im letzten von vier Freispielen in dieser Saison, die die Fortuna über ihr durch Sponsoren finanziertes Modell "Fortuna für alle" vermarktet, bot sich den 52.000 Zuschauern in der vollen Arena eine muntere Partie auf Augenhöhe. Beide Teams hatten im ersten Durchgang Chancen. Nach dem Führungstreffer für die Gastgeber drängte Münster zunehmend in Richtung Düsseldorfer Strafraum, liess jedoch an Präzision bei Abschlüssen und Flanken vermissen.
Nach der Pause suchten beide Mannschaften in der Offensive ihr Glück. Die besseren Chancen hatte zunächst Fortuna durch van Brederode (49.), Kownacki (52.) und Isak Johannesson (60.). Nach der Roten Karte gegen van Brederode, der Jorrit Hendrix mit der offenen Sohle am Sprunggelenk getroffen hatte, zeigten sich auch die Gäste immer gefährlicher. Etienne Amenyido scheiterte an Keeper Florian Kastenmeier (74.). In einer heissen Schlussphase hielt Fortuna dem Druck stand und rettete die knappe Führung über die Zeit.
Darmstadt bezwingt Fürth
Der SV Darmstadt 98 hat mit einem Heimsieg gegen die SpVgg Greuther Fürth einen grossen Schritt Richtung Klassenverbleib gemacht. Die Lilien gewannen zu Hause 1:0 (0:0) und haben damit auch nach dem 28. Spieltag sieben Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz.
Damit sind die Darmstädter nun punktgleich mit den Fürthern und in der Tabelle aufgrund des besseren Torverhältnisses an den Franken vorbeigezogen. Der Schwede Isac Lidberg erzielte vor 16.820 Zuschauern in der 79. Minute den Siegtreffer für die Hausherren.
In einer extrem langweiligen ersten Hälfte mieden beide Mannschaften das Risiko und liessen jegliche Kreativität und Ideen im Spiel nach vorne vermissen. Hinzu kamen mehrere Verletzungsunterbrechungen, die keinen Spielfluss zuliessen. Zeitweise blieben auch die Zuschauer ruhig, weil nach Angaben der Lilien kurz nacheinander zwei Personen mit Kreislaufproblemen behandelt werden mussten.
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie an Fahrt auf, was vor allem an den Darmstädtern lag. Erstmals gefährlich wurden die Hessen mit einem Freistoss von Philipp Förster, den Fürths Torwart Nahuel Noll über das Tor lenkte (49.). Wenig später zirkelte Fraser Hornby einen Freistoss knapp übers Tor (51.).
Während Fürth offensiv harmlos blieb, rettete Noll bei einem Kopfball von Lidberg mit einem tollen Reflex (73.). Sechs Minuten später liess sich der Torjäger nach feinem Pass des eingewechselten Jean-Paul Boëtius die Chance nicht mehr entgehen und spitzelte den Ball durch die Beine des Torhüters. (dpa/bearbeitet von vit)