Der FC Bayern München würde offenbar gerne einen Sturm-Ersatz für Harry Kane verpflichten und hat unter anderem einige Bundesliga-Spieler im Auge. Doch wer gibt sich mit der Rolle des Backups zufrieden?

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Drei Siege, drei Niederlagen. Dies ist die Bilanz des FC Bayern München seit Mai 2024, wenn Harry Kane verletzungsbedingt nicht auf dem Platz steht. Die Abhängigkeit von dem Engländer ist gross. Kein Wunder: Ein Stürmer, der in 82 Pflichtspielen für den FC Bayern 76 Tore und 23 Torvorlagen verbuchte, lässt sich nur schwer ersetzen.

Immerhin scheint sich auf der Führungsetage des FC Bayern die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass ein Backup für Kane dem Kader guttun würde. Laut einem Bericht der "Sport Bild" hat der FC Bayern mehrere potenzielle Kandidaten im Auge.

Klar ist aber auch: Ein Stürmer kostet ordentlich Ablöse. Umso grösser der Wunsch, dass Tottenham Hotspur die Kaufoption für den verliehenen Offensivspieler Mathys Tel zieht. Dies würde etwa 60 Millionen Euro auf das Konto des FC Bayern spülen. Diese Summe könnte dann in einen Mittelstürmer investiert werden.

Qualitäten von Burkardt würden zum FC Bayern passen

Gleich fünf mögliche Kandidaten kämen aus der Bundesliga. Der 24-jährige Jonathan Burkardt soll schon länger das Interesse des FC Bayern geweckt haben. In der laufenden Spielzeit gelangen ihm 15 Tore in 22 Bundesligaspielen. Der Vertrag von Burkardt in Mainz läuft zwar bis Sommer 2027, soll laut der "Sport Bild" allerdings eine Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro beinhalten.

Burkardt bringt alles mit, was einen guten Stürmer ausmacht: Er ist schnell, dribbelstark, benötigt nur wenige Torchancen und kann auch per Kopf Tore erzielen. Zudem hat er grosse Qualitäten im Pressing, was gut zu der taktischen Vorgabe von Trainer Vincent Kompany passen würde. Fraglich ist allerdings, ob er sich mit der Rolle des Ersatz-Stürmers hinter Kane zufriedengeben würde. Er befindet sich im besten Fussball-Alter und hat gerade sein drittes Länderspiel für Deutschland absolviert.

Auch der 21-jährige Benjamin Sesko von RB Leipzig und der 22-jährige Hugo Ekitiké von Eintracht Frankfurt dürften kaum als Backup fungieren wollen. Bayern-Sportvorstand Max Eberl gilt als grosser Fan von Sesko. Er kennt ihn aus seiner Zeit als Geschäftsführer Sport von RB Leipzig. Sesko ist allerdings ein bekennender Fan der Premier League und soll daher eher nach England schielen. Auch Ekitiké soll laut dem Transfer-Insider Fabrizio Romano von mehreren englischen Clubs umworben werden.

Kompany wollte Kleindienst schon einmal verpflichten

Ein weiterer Kandidat wäre Tim Kleindienst von Borussia Mönchengladbach. 15 Treffer erzielte der 29-Jährige in der laufenden Spielzeit. Bayern-Trainer Kompany schätzt die Qualitäten des Offensivspielers. Als er Trainer beim FC Burnley war, soll bereits eine Verpflichtung von Kleindienst im Gespräch gewesen sein.

Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte über die Zukunftsplanung von Kleindienst, dass sich der Stürmer offenbar in Gladbach wohlfühlt. Aber: "Wenn er das Vertrauen hat, es bei einem noch grösseren Klub als Gladbach zu tun, soll er es machen. Wenn nicht, soll er da bleiben."

Auch Woltemade soll ein Thema sein

Der 23-jährige Nick Woltemade vom VfB Stuttgart soll ebenfalls das Interesse des FC Bayern geweckt haben. Neun Bundesliga-Tore gelangen ihm in der laufenden Spielzeit. Laut einem Bericht der "Bild" gab es bereits Kontakt zwischen Bayern und der Seite von Woltemade. Allerdings steht er bis Sommer 2028 in Stuttgart unter Vertrag, hat keine Ausstiegsklausel und wäre dementsprechend teuer.

Auch im Ausland gibt es einige Stürmer, die für den FC Bayern eine gute Verstärkung wären. Der 26-jährige Stürmer Viktor Gyökeres von Sporting Lissabon, der 25-jährige Moise Kean vom AC Florenz, der am Sonntag zwei Tore gegen Deutschland erzielte, und der 27-jährige Christopher Nkunku vom FC Chelsea gelten als Kandidaten.

Kane möchte nicht auf Spielzeit verzichten

Doch es bleibt die Frage: Welcher Top-Stürmer gibt sich damit zufrieden, hinter Kane lediglich die Nummer 2 zu sein? Kane wird keinesfalls freiwillig auf Spielzeit verzichten wollen. Im Gegenteil: Der 31-Jährige spricht öffentlich davon, er wolle zum Weltfussballer gewählt werden und den Ballon d'Or gewinnen.

"Um so etwas zu erreichen, muss man genügend Titel gewinnen und wahrscheinlich mehr als 40 Tore schiessen, aber das ist durchaus möglich und definitiv etwas, das ich gerne erreichen würde", sagte er kürzlich. Das bedeutet wohl: Er will so viel Spielzeit wie möglich haben. Diese Einstellung ist sportlich wertvoll, erschwert allerdings die Verpflichtung eines weiteren ambitionierten Stürmers.

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Blick in die Vergangenheit: Wagner war mit Backup-Funktion unzufrieden

Bereits zu Zeiten von Robert Lewandowski, der von 2014 bis 2022 für den FC Bayern stürmte, stellte dies ein Problem dar. Sandro Wagner, der heutige Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, versuchte sich von Januar 2018 bis Januar 2019 in der Rolle des Lewandowski-Backups. Glücklich wurde er mit den geringen Spielanteilen nicht. "Das ist natürlich nicht das, was ich mir vorstelle", sagte der Stürmer, kurz bevor er nach China wechselte.

Besser mit seiner Rolle arrangieren konnte sich Eric Maxim Choupo-Moting, der von Oktober 2020 bis Sommer 2024 beim FC Bayern unter Vertrag stand. Zwei Spielzeiten war er Backup von Lewandowski, später eine Saison von Kane.

Dazwischen jedoch lag die Spielzeit 2022/23, als er der einzige echte Mittelstürmer im Kader war und zehn Bundesliga-Tore erzielte. Bei seinem Abschied im Mai 2024 sagte Choupo-Moting: "Es war ein Traum, für diesen grossartigen Verein gespielt zu haben." Danach allerdings war er ein halbes Jahr vereinslos, ehe der 36-Jährige Anfang des Jahres in den USA bei RB New York unterkam.

Wagner und Choupo-Moting befanden sich im Spätherbst ihrer Karriere, als sie die Rolle des Sturm-Backups in München annahmen. Es ist fraglich, ob ein Torjäger im besten Alter dazu bereit sein wird.

Verwendete Quellen