Hans Albers' Lied "Das Herz von St. Pauli" und Heimspiele des FC St. Pauli im Stadion am Millerntor waren lange Zeit untrennbar miteinander verbunden. Doch die Vergangenheit des Texters in der NS-Zeit wirft weiter einen Schatten auf das Lied.
Fussball-Bundesligist FC St. Pauli wird seine umstrittene Stadionhymne "Das Herz von St. Pauli" mindestens bis zum Saisonende nicht mehr spielen. Mitte Februar hatte der Verein beim Heimspiel gegen den SC Freiburg zum ersten Mal seit 20 Jahren auf das Lied verzichtet. Dies wurde von einem Teil der Fans kritisiert.
Hintergrund ist eine wissenschaftliche Untersuchung von Mitarbeitenden des FC-St.-Pauli-Museums über die Rolle des Texters Josef Ollig in der Zeit des Nationalsozialismus und im 2. Weltkrieg. Es haben sich neue Fragestellungen ergeben, teilte der FC St. Pauli mit. "Daher wird die Dokumentation nicht wie geplant im April, sondern erst nach der Saison veröffentlicht", hiess es weiter
Der Verzicht des Clubs sorgte vor der Partie gegen den SC Freiburg für unterschiedliche Reaktionen am Millerntor. Ein Teil der Fans pfiff den St.-Pauli-Präsidenten Oke Göttlich aus. Ein anderer Teil applaudierte. Das Lied "Das Herz von St. Pauli" wurde in den 50er Jahren veröffentlicht und wurde unter anderem von Hans Albers im gleichnamigen Film (1957) gesungen. (dpa/bearbeitet von jum)