München - Auf dieses prickelnde Kräftemessen mit internationalem Flair freut sich jeder Fussball-Liebhaber in Deutschland. Bayern gegen Bayer ist der neue deutsche Clásico. Vor dem Giganten-Kampf auf dem Rasen der Allianz Arena wächst die Anspannung der Protagonisten.
Als sich
Musiala gegen Wirtz, Kimmich gegen Xhaka
Im emotionalen Kampf ums Viertelfinale zählen am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) keine forschen Töne mehr. Es geht dann auch um mehr als die grossen Einzelvergleiche zwischen den Trainern Kompany und
Insbesondere für den FC Bayern steht im Achtelfinale dahoam mehr als die nächste K.o.-Runde auf dem Spiel. Es geht in den zwei Partien der beiden besten deutschen Mannschaften um die nationale Vormachtstellung. Ein früh platzender Traum vom Königsklassen-Finale am 31. Mai im eigenen Stadion wäre für die Bayern ein Bayer-Schlag, der lange Zeit nachwirken würde.
Müller: "Natürlich ist es emotional besonders"
"Es wird auf jeden Fall ein heisser Tanz", prophezeit

Den Münchnern stinkt es, wie arg der einst ewige Zweite aus dem Rheinland inzwischen am Bayern-Nimbus als ständige Nummer eins rüttelt. 1:2, 2:2, 0:3, 1:1, 0:1, 0:0 - keines der letzten sechs Spiele gegen Bayer mit Trainer-Mastermind Xabi Alonso haben die Bayern gewonnen. Und derart dominiert wie beim torlosen Liga-Remis kürzlich in Leverkusen wurden die Münchner von Alonsos Meister-Ensemble noch nie. Das alles wirkt nach beim Rekordmeister.
Bayern-Ansatz: "Job erledigen"
"Ich hoffe, wir gehen raus und erledigen den Job", sagte Bayern-Profi Alphonso Davies. Kann Kompany in den Saisonduellen vier und fünf mit Leverkusen den grossen Trainer-Kollegen Alonso erstmals ausstechen und besiegen? "Die ersten drei Spiele hatten unterschiedliche Geschichten. Und sie wurden immer am Limit gespielt", sagte Kompany. Beide Clubs verbinde "eine schöne Rivalität".
"Die letzten sechs Spiele sind egal. Wir wollen wieder zeigen, dass wir gegen den FC Bayern kämpfen können", sagte der gewiefte Taktiker und Tiefstapler Alonso. "Wir bleiben cool", versicherte der einstige Bayern-Profi, den sich die alten Bayern-Granden Uli Hoeness und
Was heckt Alonso diesmal aus?
Was heckt Bayern-Schreck Alonso diesmal aus? Formiert er wieder eine Elf ohne seinen Top-Torjäger Patrik Schick? Lässt er wieder ganz hoch pressen? Oder warten die Gäste geschickt ab, im Wissen um das Rückspiel daheim?
"Fünf schlechte Minuten - und du bist weg", warnte Alonso. Ähnlich äusserte sich Bayern-Kapitän Manuel Neuer: "Man muss nicht in einem Spiel alles entscheiden. Man muss intelligent sein, einen kühlen Kopf bewahren."

Der Torwart weiss, wovon er spricht. Seine Rote Karte war der Knackpunkt beim DFB-Pokal-K.o. der Bayern gegen Leverkusen Anfang Dezember. Beim 0:1 fehlte den überlegenen Münchnern zudem Harry Kane. Der Torjäger ist diesmal dabei. Ebenso Kimmich: Nach dem ersten verpassten Saisonspiel beim 3:1 in Stuttgart wegen einer Sehnenreizung im Oberschenkel mischte der 30-Jährige beim Abschlusstraining im sonnigen München wieder hochmotiviert mit. "Für dieses Spiel bist du immer bei 100 Prozent", bemerkte Kompany zu Kimmich.
Bayer-Anführer Xhaka: "Wir sind stabil"
Gerade daheim sind die Bayern eine Macht und seit 21 Königsklassen-Partien unbesiegt. "Wir sind stabil genug, um Bayern zu ärgern", hält Bayer-Stratege
Wenn für die Münchner zum Pokal-K.o. auch noch das Königsklassen-Aus gegen Bayer käme, wäre selbst der Acht-Punkte-Vorsprung in der Bundesliga kein Gütesiegel mehr, das diese Misserfolge ausgleichen könnte.
Es würde grössere Münchner Reaktionen im Kaderumbau provozieren. Und es dürfte Hoeness' Sehnsucht nach einem Wirtz-Transfer nur verstärken. Das Werben um Leverkusens Jungstar haben die Alt-Bosse pünktlich vor Wirtz' nächstem München-Auftritt in bemerkenswerter Weise verbal intensiviert.
Florian Wirtz ist der Beste
"Florian Wirtz ist für mich der beste Spieler Deutschlands", sagte Ex-Bayern-Chef Rummenigge. Und das trotz Musiala, der Bayerns Gesicht der Zukunft sein soll. Wer ist in der Gegenwart der Beste auf dem Platz? Musiala oder Wirtz? Bayern oder Bayer? Der neue deutsche Clásico soll Antworten geben. © Deutsche Presse-Agentur