Nicolas Kühn erlebt bei Celtic Glasgow gegen seinen Ex-Klub RB Leipzig eine Sternstunde. Der torgefährliche Aussenspieler träumt noch von der deutschen Nationalmannschaft.
Nicolas Kühn liess den Ball von seinem rechten Fuss abtropfen. Ein schneller Antritt, ein kurzer Blick in Richtung Tor und dann folgte echte Fussballkunst. Der Celtic Park explodierte nach dem herrlichen Schlenzer - und auch Rod Stewart, Edelfan der "Bhoys", riss es verzückt vom Sitz, als der Ball vom Innenpfosten ins Netz sprang.
Der Ausgleichstreffer des deutschen Offensivspielers gegen seinen Ex-Klub RB Leipzig beim gefeierten 3:1 (2:1)-Sieg der Schotten war ein echter Geniestreich. Ein Traumtor, das der 24-Jährige norddeutsch trocken schilderte. "Ich bin einfach nur ins Dribbling gegangen, habe das Tor gesehen und geschossen", sagte Kühn bei TNT. "Ich bin glücklich, dass er reingegangen ist."
Doch ganz so cool blieb der in seiner Fussballheimat noch nicht allzu bekannte Linksfuss nach einem besonderen Abend mit zwei Treffern und weiteren beeindruckenden Szenen dann doch nicht. "Das ist der Stoff, aus dem Träume gemacht sind - zwei Tore in der Champions League zu schiessen. Noch schöner war es, gegen meinen ehemaligen Verein zu treffen."
Für Celtic war es auch der Beweis, dass gerade zu Hause, im Hexenkessel mit den "unglaublichen" Fans im Rücken, einiges drin ist in der neuen Champions League. Für Kühn ist es eine Bühne, sich für noch grössere Aufgaben zu empfehlen.
Kühn will in die Nationalmannschaft
Schon im August hatte der im niedersächsischen Wunstorf geborene Techniker grosse Ziele ausgegeben, denen er nun Taten folgen lässt. Für ihn sei "immer noch das klare Ziel: Ich möchte irgendwann mal in die Nationalmannschaft", hatte Kühn dem "kicker" gesagt. Bisher berief ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann noch nicht.
Mit acht Scorerpunkten nach neun Spielen steht Kühn in der Scottish Premiership ganz oben. Die Liga zählt nicht zu den europäischen Top-Wettbewerben, umso mehr wert ist der Beweis seiner Qualitäten in der Königsklasse.
Nach seiner Show am Dienstag gab es selbst vom Gegner Komplimente. "Er hat zwei sehr schöne Tore gemacht. So, wie sie zu erwarten waren. Wir wissen, dass er Linksfuss ist, dass er gerne nach innen zieht", sagte RB-Trainer Marco Rose: "Er hat insgesamt ein gutes Spiel gemacht, ein guter Junge." Einer für noch höhere Aufgaben? (SID/bearbeitet von lh)
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