Seit Mai 2024 ist Ex-Leipzig-Coach Jesse Marsch Kanadas Nationaltrainer. In seiner Funktion scheut sich der US-Amerikaner auch nicht, sich gegen seinen Präsidenten Donald Trump zu stellen.

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Der frühere Bundesliga-Coach Jesse Marsch legt sich in seiner Funktion als Kanadas Fussball-Nationaltrainer mit US-Präsident Donald Trump an. Der ehemalige US-Nationalspieler distanzierte sich bei einem Termin in Kalifornien nachdrücklich von Trumps mehrfach wiederholten Aussagen zu Plänen für eine Umwandlung des nördlichen US-Nachbarlandes in einen Teil der Vereinigten Staaten.

"Wenn ich eine Botschaft an unseren Präsidenten habe, dann die, mit der lächerlichen Sprücheklopferei über Kanada als 51. Bundesstaat der USA Schluss zu machen", sagte Marsch beim Medientag zur Nations-League-Endrunde der CONCACAF-Zone im März in Inglewood unweit von Los Angeles.

Der frühere "Trainer des Jahres" der nordamerikanischen Profiliga MLS beschrieb Trumps Äusserungen ausserdem als verletzend für die Menschen in seiner derzeitigen Wahl-Heimat: "Als Amerikaner schäme ich mich für die Arroganz und Missachtung, die wir einem unserer historisch ältesten, stärksten und loyalsten Verbündeten entgegengebracht haben."

Marsch und Kanada hoffen auf gutes Ergebnis bei der WM 2026

Marsch, der Ende 2021 bei RB Leipzig nach nur 20 Spielen als Chefcoach seinen Posten auf der Bank der Sachsen räumen musste, ist seit Mai vergangenen Jahres für Kanadas Nationalteam verantwortlich. Sein Ziel mit den "Ahornblättern" ist ein möglichst gutes Ergebnis bei der WM-Endrunde 2026 im eigenen Land, den USA und Mexiko.

In Inglewood treten ausser Kanada auch Gastgeber USA als Titelverteidiger sowie pikanterweise auch die Teams aus den auch schon von Trump verunglimpften Ländern Mexiko und Panama an. Ein Duell zwischen Marschs kanadischer Mannschaft und der Elf aus seinem Heimatland USA ist nur im Finale möglich.

Marsch sieht politische Aufladung des Turniers

Ähnlich wie kürzlich bei den turbulenten Eishockey-Derbys zwischen Kanada und den USA sieht Marsch durch Trumps aufstachelnde Provokation gegenüber Kanada sowie Mexiko und Panama durchaus eine politische Aufladung des Turniers.

Zumindest mit Blick auf sein Team sagte der 51-Jährige aus Wisconsin voraus, dass "diese internationalen Vergleiche für Kanada jetzt etwas anderes bedeuten. Ich weiss, dass wir die Mentalität und den Willen haben, auf und neben dem Platz genau zu zeigen, was der kanadische Charakter ist."

Beim gleichen Termin liess auch Mexikos Trainer Javier Aguirre auf Nachfragen sein Unverständnis für Trumps Positionen erkennen. Der 66-Jährige stellte klar, die Forderung aus dem Weissen Haus nach einer Umbenennung des Golfs von Mexiko in Golf von Amerika nicht zu akzeptieren: "Für mich ist offenkundig, dass es der Golf von Mexiko ist." (SID/bearbeitet von lh)

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