Hinter Bayern und Dortmund hat Gladbach die meisten Spieler zur WM geschickt. Gleich sieben Borussen-Profis sind in Russland dabei, vier davon im Kader der Schweiz. Doch nur einer wird zum Auftakt gegen Brasilien auf dem Platz stehen.
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Schliesslich steckt im Team der Eidgenossen jede Menge Gladbach. Gleich vier Spieler, die in der Bundesliga das Borussen-Trikot tragen, zählen zum Aufgebot von Nationaltrainer Vladimir Petkovic. "Der beste Schweizer Verein", schrieb die "Aargauer Zeitung" deshalb kurz vor der Fussball-Weltmeisterschaft in Russland über den Club vom Niederrhein.
Warum Gladbach so viele Schweizer Spieler im Kader hat
"Die Schweizer Jugendarbeit im letzten Jahrzehnt war herausragend", begründet Eberl sein Faible für Spieler aus der Alpenrepublik. Für ihn ist die Schweizer Ausbildung mit der der Niederländer in der Vergangenheit zu vergleichen. "Da ist etwas gewachsen", sagt Eberl, der sich über den Fussball in der Schweiz jahrelang mit seinem Trainer Lucien Favre austauschen konnte.
Zusammen holten beide vor vier Jahren auch Torwart Yann Sommer an den Niederrhein, der gegen Brasilien als einziger aus dem Gladbacher Quartett in der Startformation stehen dürfte. Vor vier Jahren in Brasilien musste sich Sommer hinter Diego Benaglio noch mit der Rolle des Ersatzkeepers abfinden.
Doch inzwischen ist der 29-Jährige die klare Nummer eins. "Brasilien war eine tolle Erfahrung, auch wenn ich nicht gespielt habe", sagt Sommer, "aber jetzt ist es natürlich ein schönes Gefühl, die WM als Nummer eins zu verbringen."
Achtung: Brasilien kommt!
Dabei dürfte auf den Torwart bei seiner WM-Premiere gleich einiges zukommen. Brasilien um Superstar Neymar verfügt über eine unglaubliche Offensivkraft, das weiss auch Sommer.
Doch mit Angst geht er nicht in die Partie. "Natürlich sind die Brasilianer Favorit. Aber wir sind als Mannschaft definitiv reifer geworden. Das hat man in den Playoffs gegen Nordirland gesehen", sagt Sommer über die beiden K.o.-Spiele, in denen sich die Schweiz das Russland-Ticket sicherte.
Für Josip Drmic war die WM damals noch ganz weit weg. Zwei Mal wurde beim Angreifer ein Knorpelschaden diagnostiziert, die Ärzte rieten ihm bereits, seine Karriere zu beenden. "Aber es ist einfach zu sagen, es geht nicht mehr. Ich habe mich entschieden, ich gehe meinen Weg, egal wie schwer er ist", sagt Drmic. Und er wurde belohnt.
Im März berief Petkovic den 25-Jährigen erstmals wieder in den Schweizer Kader, nun ist Drmic tatsächlich in Russland dabei. "Wenn mir das vor einem Jahr jemand gesagt hätte, hätte ich es wohl nicht für möglich gehalten", sagt Drmic, der gegen Brasilien wie Elvedi und Zakaria aber erst einmal auf der Bank Platz nehmen wird.
Nach Brasilien folgen Serbien und Costa Rica als weitere Gegner für die Schweiz. Danach könnte es im Achtelfinale zu einem Duell mit Deutschland kommen. Trotz so viel Gladbacher Einfluss auf die Schweiz wäre für Eberl dann aber klar, wem er die Daumen drückt.
"Da wäre ich dann schon Patriot", sagt Eberl. Und in Matthias Ginter steht ja zumindest auch ein Borussen-Profi im Kader von Joachim Löw. © dpa
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