Tragischer Unfall beim traditionsreichen Grand National in England. Im Hindernis-Rennen stürzt eine Jockette schwer. Ihr Pferd Willy De Houelle muss eingeschläfert werden.
Ein schwerer Unfall überschattete den ersten Tag des traditionsreichen Grand National Festivals im englischen Aintree: Die irische Star-Jockette Rachael Blackmore stürzte in einem Hindernisrennen mit ihrem vierjährigen Wallach Willy De Houelle. Während Blackmore medizinisch behandelt wurde und keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitt, musste ihr Pferd noch an der Strecke eingeschläfert werden.
Der Unfall ereignete sich im zweiten Rennen des Tages. Das Pferd Willy De Houelle verlor bereits früh die Kontrolle und stürzte am sechsten Hindernis schwer. Jockey-Reiterin Blackmore wurde von Sanitätern betreut und konnte laut Augenzeugen selbstständig in einen Krankenwagen gehen. Ihr Gesundheitszustand wurde später als stabil beschrieben.
Einschläferung des Pferdes "im Sinne des Tierwohls die beste Massnahme"
Die 35-Jährige ist eine der erfolgreichsten Reiterinnen der Welt. Sie schrieb 2021 Geschichte, als sie als erste Frau sowohl das Grand National als auch den renommierten Cheltenham Gold Cup gewann.
Blackmores Pferd Willy De Houelle erlag dagegen seinen Verletzungen. Der vier Jahre junge Wallach gehörte den wohlhabenden Rennpferdbesitzern Rich und Susannah Ricci und wurde von dem erfolgreichen irischen Trainer Willie Mullins auf den Wettbewerb vorbereitet.
Ein Sprecher erklärte dem britischen "Mirror": "Nach Einschätzung der Tierärzte war die schonende Einschläferung im Sinne des Tierwohls die beste Massnahme. Unser tiefstes Mitgefühl gilt allen Beteiligten."
TV-Moderator Ed Chamberlin vom englischen Sender ITV informierte das Publikum noch während der Übertragung über die Geschehnisse: "Leider gibt es traurige Nachrichten aus dem letzten Rennen: Willy De Houelle hat eine tödliche Verletzung erlitten. Unser Mitgefühl gilt den Besitzern. Wir hoffen, dass es Rachael gut geht, und auch für Willie Mullins wird dieser Sieg nun überschattet."
Pferdebesitzer nach Sturz beim Grand National: "Züm Glück geht es Rachael gut"
Auch Joe Chambers, Rennmanager der Riccis, äusserte sich später im Interview mit "Racing TV": "Wir haben Willy De Houelle leider verloren, ein weiteres grossartiges junges Pferd. Zum Glück geht es Rachael gut."
Neben Blackmore und ihrem Pferd stürzten auch Jockey JJ Slevin und sein Pferd Naturally Nimble im selben Rennen. Beide kamen offenbar ohne ernste Blessuren davon.
Tierschutzorganisationen wie "Animal Aid" haben in der Vergangenheit wiederholt auf die Risiken von Hindernis-Rennen hingewiesen. Seit dem Jahr 2000 sind laut der Organisation beim Aintree Festival insgesamt 66 Pferde ums Leben gekommen.