Oberhof (dpa) - Russlands Biathlon-Nationalcoach Ricco Gross hat seine Nulltoleranz-Politik in Sachen Doping bekräftigt.

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"Wir haben klar vereinbart, dass jeder fliegt, der betrügt. Selbst der Versuch würde reichen", sagte der frühere deutsche Weltklasse-Biathlet in einem Interview mit der "Funke Mediengruppe". Seine Athleten um Staffel-Olympiasieger Anton Schipulin hätten ihm versprochen, sich daran zu halten: "Ich hoffe, dass ich mich darauf verlassen kann, aber ich vertraue ihnen."

Gross, der im August 2015 das russische Männer-Team übernommen hatte, hat mit Blick auf die Dopingproblematik in Russland die meisten Trainingseinheiten nach Deutschland und Mitteleuropa gelegt. "Ich möchte ein Zeichen setzen. Ich will zeigen, dass wir offen sind für Trainingskontrollen und uns nicht in Russland verstecken. Wir wollen jederzeit für die Doping-Kontrolleure erreichbar sein", erklärte der viermalige Olympiasieger und neunfache Weltmeister. Nach Aussage des 46-Jährigen würden die Kontrolleure pro dreiwöchigem Lehrgang ungefähr zwei Mal kommen.

Dass die nächsten Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea und 2022 in China stattfinden, findet der frühere deutsche Damen-Co-Trainer problematisch. "Gar nichts halte ich davon. Es wird so viel über Korruption im Fussball gesprochen, dabei bin ich überzeugt, dass auch bei der Vergabe der Spiele sicherlich wirtschaftliche Interessen eine Rolle gespielt haben", sagte Gross.  © dpa

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