Lenzerheide - Vielleicht wird es die letzte Weltmeisterschaft für Franziska Preuss, auf jeden Fall aber soll es ihre erfolgreichste werden. Nach Jahren voller gesundheitlicher Rückschläge nebst Gedanken an ein frühes Karriereende reist die 30-Jährige in der Form ihres Lebens zur Biathlon-WM nach Lenzerheide - und gehört in der Schweiz bei jedem Start zu den Favoritinnen. Für die Gesamtweltcup-Führende scheint der Traum vom ersten Einzel-Gold Realität werden zu können, auch in den Staffelrennen soll es mit Edelmetall klappen.
"Wenn man es im Weltcup aufs Podium schafft, dann ist das auch bei einer WM ein realistisches Ziel. Ich bin dankbar für die Erfolge in diesem Winter und hoffe, genau dort anknüpfen zu können", sagte die Bayerin. Bei 14 Starts stand sie in diesem Winter zehnmal auf dem Podest, verdiente sich so das Gelbe Trikot der Spitzenreiterin. Zweimal siegte sie solo, zweimal als Schlussläuferin mit der Staffel, die zu den Titelkandidaten zählt. Auch dank
Nur drei Medaillen bei der WM 2024
Druck macht sich
"Insgesamt blicken wir mit einer positiven Grundstimmung auf die kommenden zwei Wochen", sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Vor dem traumhaften Bergpanorama im Kanton Graubünden stehen auf gut 1400 Metern an neun Wettkampftagen zwölf Entscheidungen an. Wie viele Medaillen das deutsche Team mitnehmen will? Wie zuletzt häufig vermied der DSV ein klares Ziel.
Allerdings sollte es besser laufen als 2024. In Nove Mesto gab es dreimal Edelmetall, Gold war nicht dabei.
Die Konkurrenz fürchtet: "Sie scheint unantastbar"
Das ist auch das Mindestziel in Lenzerheide. Nach zwei Triumphen zuletzt könnte aber mehr drin sein. 2015 hatte Preuss in Finnland schon einmal den Titel mit dem Team gewonnen, zudem feierte sie mit Silber im Massenstart damals ihre bislang einzige WM-Einzelmedaille. Ob es zehn Jahre danach noch besser läuft? "Franzi ist in Topform, sie weiss, was sie macht", sagte Bitterling: "Man merkt bei den Gegnerinnen sehr deutlich den Respekt."
Die Französin Lou Jeanmonnot drückte das bei der WM-Generalprobe in Antholz in einem treffenden Satz aus. "Sie scheint unantastbar", sagte die Gesamt-Zweite, die mit schon sechs Saisonsiegen zugleich Preuss' grösste Widersacherin ist. Am Freitag kommt es im Sprint im ersten Einzelrennen zum Duell der beiden Besten. Die Bayerin selbst lässt sich davor aber nicht verrückt machen. "Ich freue mich sehr auf diese WM", sagte sie.
Eine Operation löst alle körperlichen Probleme
Preuss hatte immer wieder Saison-Höhepunkte mindestens teilweise verpasst, weil sie krank war und der Körper nicht mitspielte. Im Frühjahr 2024 brachte eine Operation der Nasennebenhöhlen Besserung. "Ich bin froh, dass man medizinisch was gefunden hat, was der Grund dafür war, dass ich so anfällig war", sagte sie: "So konnte ich insgesamt besser trainieren, mit deutlich höheren Umfängen - und ich fühle mich auch belastbarer."
Ihr grosses Ziel sind die Olympischen Spiele 2026 mit den Biathlonrennen in Antholz. Sowohl in Südtirol als auch in Lenzerheide trainierte Preuss vor dem Winter in der Höhe und saugte die besondere Atmosphäre auf. Es scheint gut möglich, dass sie nach den Winterspielen ihre Karriere beendet, das klang auch aus den Worten von Bitterling schon heraus. "Natürlich ist Franzi bewusst, dass es eine WM ist und möglicherweise auch ihre letzte", sagte er dem "Kicker": "Aber so lange sie gesund bleibt, wird sie Top-Resultate liefern."
Männer zu schwach am Schiessstand
Zum Start kommt es im gemischten Quartett allerdings auch auf die Männer an. Aber
Nach dem Rücktritt von Doll fehlt der Mannschaft ein klarer Anführer, ein zweiter Platz von Danilo Riethmüller und ein dritter Rang von Nawrath sind in den Einzelwettbewerben die besten Resultate der Saison. "Natürlich wäre eine Medaille das absolute Highlight – aber im Biathlon gehört auch immer eine Portion Glück dazu", sagte der 31-jährige Bayer Nawrath, der aber auch weiss: "Das Schiessen wird entscheidend sein in der Höhenlage." © Deutsche Presse-Agentur
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