"Ich bin keine Hexe, ich bin Steinbock!": Quasi jeder Satz aus "Die Ritter der Kokosnuss" ist zitierwürdig. Nun feiert der Monty-Python-Streifen sein 50. Jubiläum.

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Welche Lieblingsfarbe hat Sir Lancelot? Weshalb wiegen Hexen so viel wie eine "kalte Ente"? Warum soll laut Bedienungsanleitung der heiligen Handgranate von Antiochia "drei allein die Nummer sein, die du zählest und die Nummer, die du zählest drei und NUR drei sein"? Und mal ehrlich: Was ist eigentlich das Problem dieser unfreundlichen Franzosen? Genau 50 Jahre ist es her, dass die britische Komikertruppe Monty Python um John Cleese (85), Michael Palin (81) und Co. mit der Artus-Satire "Die Ritter der Kokosnuss" all diese herrlich dämlichen Fragen stellte und zuweilen gar beantwortete.

Am 3. April 1975 feierte der Streifen unter dem wesentlich subtileren Originaltitel "Monty Python and the Holy Grail" seine Premiere in Grossbritannien. Rund eineinhalb Jahre später schaffte es die Low-Budget-Produktion auch nach Westdeutschland. Damals konnte man sich wohl weder hüben wie drüben im Entferntesten vorstellen, dass 50 Jahre später noch immer genüsslich über Killer-Karnickel, Schwarze Ritter ohne Schmerzempfinden ("Einigen wir und auf ein Unentschieden!") oder mächtige Zauberer namens Tim gelacht wird.

Die Deutschen können doch lustig sein

Besonders muss die deutsche Synchro hervorgehoben werden, die nicht wenige Fans als noch lustiger als das Original erachten. Frei nach dem sogenannten "Schnodderdeutsch", das gerade in den 1970er und 1980er Jahren dank Filmen von Bud Spencer und Terrence Hill, Adriano Celentano oder Louis de Funès Hochkonjunktur feierte, wurde "Die Ritter der Kokosnuss" sehr frei übersetzt - und dadurch hierzulande zum Kult.

So antwortet etwa der aufgebrachte Franzose an der Burgzinne auf die Frage, was seine Landsleute denn in England zu suchen hätten, nicht wie im Original mit einem schnöden "Mind your own Business" ("Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten"). Stattdessen keift er "Wir bohren nach Leinöl, du Teetopf!", gefolgt von einer grossartigen Schimpftirade: "Du kannst mir doch keine Angst machen, du englischer Roastbeef-Fresser! Komm leck dich doch selbst am Arsch, du 'urensohn!"

Der akuten Finanznot während der Dreharbeiten war es übrigens geschuldet, dass König Artus und seine Ritter der Tafelrunde nicht hoch zu Ross, sondern per pedes und mit launigen Kokosnuss-Sounds durch Schottland galoppieren. Echte Pferde und der dazugehörige Reitunterricht wären schlichtweg zu teuer für das schmale Budget gewesen. Wie der Film wohl in Deutschland geheissen hätte, wäre das Geld für ein paar alte Gäule da gewesen?

Led Zeppelin, Pink Floyd und Elton John als grosse Geldgeber

Apropos Budget: 2021 bekräftigte Eric Idle (81) in einem Post auf X (damals noch Twitter), dass vornehmlich Rockstars als Geldgeber fungierten. Led Zeppelin etwa steuerten demnach 31.500 Pfund bei, Pink Floyd 21.000 Pfund. Sir Elton John fehlte in der Aufzählung, soll aber laut vorherigen Aussagen von Idle und Terry Gilliam (84) ebenfalls Geld beigesteuert haben. Ganz selbstlos sei dies aber nicht geschehen: "Damals betrug die Einkommensteuer bis zu 90 Prozent, also wandten wir uns an Rockstars, um Geld zu bekommen. Elton John, Pink Floyd, Led Zeppelin - sie alle hatten Geld, kannten unsere Arbeit und wir schienen eine gute Steuerabsetzung zu sein", so Gilliam. "Einzig, das waren wir natürlich nicht."

In demselben Interview verriet Gilliam auch, dass "vom Start an alles schiefgelaufen" sei. Kurz vor Drehbeginn sei ihnen die Erlaubnis entzogen worden, in den echten Schlössern zu drehen. "Sie sagten, wir würden 'die Würde der Bausubstanz nicht respektieren'! Diese Orte hatten Kerker und Blut an den Wänden, um Himmels Willen! Sie haben jahrhundertelang Horden von Eindringlingen standgehalten. Was hätten wir schon anrichten können? Dass Leute Burgen auslachen."

Wer sich also aus Trotz über ein paar britische Schlösser amüsieren will und auch nach einem halben Jahrhundert noch immer nicht die Maximalgeschwindigkeit von unbeladenen Schwalben (aus Europa und Afrika!) kennt, der sollte das 50. Jubiläum unbedingt nutzen, um diese Bildungslücke zu stopfen und sich mit Monty Python auf die Suche nach dem Heiligen Gral begeben. Doch Vorsicht: "Es ist ein alberner Ort." (stk/spot)  © spot on news