Armin Rohde ist nicht nur einer der grössten deutschen Schauspielstars, sondern auch ein besessener Fotograf. Am 4. April wird der Charakterdarsteller aus dem Ruhrpott 70 Jahre alt.

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Zu seinem 70. Geburtstag darf man Armin Rohde wohl ohne Bedenken als Schauspieler-Urgestein bezeichnen. Nach seinem grossen Durchbruch im Jahr 1992 mit der Rolle des prolligen Sportwagenfahrers "Bierchen" in Sönke Wortmanns Kult-Komödie "Kleine Haie" war er in unzähligen grossen Kino- und TV-Produktionen zu sehen. Bis heute zählt Rohde zur obersten zur Riege der deutschen Schauspielzunft und kann sich über ausbleibende Rollenangebote nicht beschweren.

Hippies zerstörten Traum von Fotografenkarriere

Dabei strebte der 1955 in der Ruhrpott-Stadt Gladbeck geborene Bergmannssohn ursprünglich gar keine Karriere vor der Kamera an. Wie er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verriet, träumte er als junger Mann, nach dem Abbruch der Schule kurz vor dem Abitur, vielmehr von einer Laufbahn als Fotograf. "Mich hätte sogar Kriegsfotografie gereizt, obwohl ich nicht weiss, ob ich dafür die Nerven gehabt hätte", erinnerte sich der Schauspieler. "Aber Modefotografie hätte mich auf jeden Fall gereizt, Reportage auch."

Dass es am Ende nicht so kam, habe mit einem Verbrechen zu tun gehabt, dessen Opfer er Mitte der Siebziger geworden sei. "Ich hatte damals eine Kameraausrüstung, die ich mir im Winter auf einem Rohbau verdient hatte", so Rohde, "und die wurde mir dann in den USA von zwei Hippies geklaut, die mich als Tramper mitgenommen hatten." Dem fügte er hinzu: "Heute muss ich den beiden vielleicht sogar dankbar sein, denn sonst wäre ich vielleicht nie Schauspieler geworden."

Späte Rückbesinnung auf die Fotografie

Viele Jahrzehnte nach dem folgenreichen Diebstahl hat der zum Filmstar herangereifte Armin Rohde seine alte Leidenschaft für die Fotografie wiederentdeckt. Seit einigen Jahren sieht man den energiegeladenen Charakterdarsteller nur selten ohne seine geliebte Leica Q2, die er auch bei seinen zahlreichen Auftritten auf dem roten Teppich stets dabei hat - um seinerseits die versammelte Fotografenmeute abzulichten.

Wie er der "Bild" erklärte, habe sich seine späte Rückbesinnung auf die Fotografie nicht zuletzt daraus ergeben, dass er 2018 mit dem Rauchen aufgehört habe. "Seitdem muss ich immer etwas in der Hand halten. Das ist jetzt meine Kamera." sagte er dort. "Das ist schon fast wieder wie eine Sucht!" In einem Interview mit dem Magazin "Schnappschuss" verriet Rohde, dass diese Sucht ihn dazu bringe, seinen Fotoapparat sogar mit ins Bett zu nehmen. "Ich habe die Kamera sogar beim Schlafengehen unter dem Kopfkissen", gab er dort zu Protokoll. "Sie muss immer in Reichweite liegen, maximal eine Armlänge entfernt, sonst werde ich unruhig."

Seine fotografischen Arbeiten präsentiert der Schauspieler mittlerweile nicht nur auf Instagram, sondern auch auf einer eigenen Website. Dort finden sich zahlreiche beeindruckende Fotostrecken, in denen sich der Arbeitsalltag Rohdes deutlich widerspiegelt. Viele Bilder entstanden während laufender Dreharbeiten am Set, bei seinen schwarz-weissen Porträts handelt es sich fast immer um Schauspielkollegen wie Christoph Maria Herbst, Lars Rudolph oder Dieter Hallervorden. Den Werken ist deutlich anzusehen, dass er durchaus das Zeug für eine glänzende Fotografenkarriere gehabt hätte.

Armin Rohde schiesst zurück

Kurz vor seinem 70. Geburtstag präsentierte Rohde auch eine Auswahl jener Fotos, die er seit Jahren vom roten Teppich aus schiesst. Unter dem Titel "Ich seh' dich auch" zeigte er vom 24. Januar bis zum 3. März im hessischen Hattersheim Bilder, auf denen er einen kuriosen Perspektivwechsel vornimmt und seinerseits als Fotograf die Fotografen ablichtet. Zur Finissage der Ausstellung wurden die 16 grossformatigen Werke für den guten Zweck versteigert.

Dass er es mit dieser Ausstellung sogar auf das Cover des renommierten Fachblatts "fotoMAGAZIN" schaffte, die mit "Armin Rohde schiesst zurück" titelte, dürfte den Schauspieler mit Genugtuung erfüllen. Den Hippies, die seinerzeit seinen Traum von einer Fotografenkarriere zerstörten, hat er es auf seine alten Tage noch einmal gezeigt. (tj/spot)  © spot on news