Händler
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"Das ist Detlev Kümmel", stellt Horst Licher seinen Kollegen vor. "Wir zwei sind gemeinsam sehr intelligent, aber ich störe ihn dabei", schiebt er selbstironisch nach. Das findet nicht nur Kümmel lustig, sondern auch Jennifer und ihre Mutter Stefanie.
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Ihre Anwesenheit in der Fernsehsendung sei "aus einem Gag heraus entstanden", gesteht Stefanie. Als sie ihr Verkaufsobjekt auspackten, habe ihre Tochter gesagt: "Wir melden uns jetzt mal bei 'Bares für Rares' an." Damals noch im Scherz. Heute sind sie wirklich dabei.
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"Wo habt ihr dat Dingen her?", will der Moderator wissen. "Das ist ein Dachbodenfund von der Oma", erklärt Jennifer. Experte Detlev Kümmel identifiziert das Mitbringsel als "das Knusperhäuschen aus der Geschichte 'Hänsel und Gretel'". Dann erklärt er die Funktionsweise.
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"Das wird aufgebaut aus einzelnen Blechstücken", weiss Detlev Kümmel. Zwei Kerzenständer würden eingehängt und mit Kerzen bestückt. "Durch den warmen Luftstrom, der nach oben steigt, werden diese turbinenartigen Räder angetrieben und drehen sich."
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"Dadurch schlagen die Klöppel gegen die Glocken und ich habe einen schönen Klang, das Engelsgeläut", doziert der Experte. "Und die Hexe rennt hinter Hänsel und Gretel her - süss", findet Horst Lichter.
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Jennifer und ihre Mutter Stefanie aus Rossbach wissen: Das Glockenspiel lässt sich zerlegen und nach Gebrauch wieder in dem ebenfalls noch erhaltenen Karton verpacken.
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Erfunden wurde das Action-Glockenspiel von Walter Stock. Dieser hat laut Detlev Kümmel seine Idee 1905 zum Patent angemeldet und 1906 sein eigenes Werk gegründet, um diese Stücke herzustellen.
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Zuerst waren die Motive allesamt klassisch christlich-weihnachtlich. In den 1920er-Jahren kam dieses Märchenmotiv dazu. Laut Kümmel sei aber auch dieses dank des Lebkuchenthemas letztlich ein weihnachtliches.
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Den Preiswunsch von 100 Euro verdoppelt Detlev Kümmel auf 200. "Ui", staunt Horst Lichter. Wenn er wüsste, was gleich im Händlerraum passiert, würde er noch mehr staunen ...
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"Ein Knusper knusper Häuschen!", freut sich Julian Schmitz-Avila angesichts des Verkaufsobjekts. "Oh! Das ist süss, da kommen hinten zwei Kerzen rein ... Das kaufe ich auf jeden Fall", ist er sicher. Doch da haben auch die Kollegen ein Wörtchen mitzureden.
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"Durch die Hitze dreht sich das hier", demonstriert Schmitz-Avila die märchenhafte Verfolgungsjagd und benutzt in Ermangelung von Kerzen seine Hände. "Wie zauberhaft", begrüsst Susanne Steiger die beiden Verkäuferinnen.
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"Wirklich herzallerliebst", findet Schmitz-Avila das Mitbringsel. Susanne Steiger erkundigt sich nach dem Alter des Objekts. Als die Damen die 1920er-Jahre nennen, staunt David Suppes. Das Glockenspiel sei "sehr, sehr alt" und "dafür sind die Farben noch sehr satt".
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"Das war jahrelang bei der Oma auf dem Speicher in der Box", erklärt Jennifer. Schmitz-Avila startet mit 150 Euro. "Wow", macht Steiger beeindruckt. David Suppes, Fabian Kahl und Friedrich Häusser steigen ebenfalls ein.
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460 bietet Häusser. "Boah, dafür kann man doch keine 500 Euro zahlen", denkt Fabian Kahl laut. "Wir haben die Expertise wahrscheinlich schon unheimlich überholt", ahnt Häusser zu recht. Und obwohl die Verkäuferinnen dies ehrlich zugeben, geht es munter weiter nach oben.
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Steiger wird geradezu poetisch: "Es ist wie ein funkelnder Altschliff-Diamant." Schmitz-Avila scheint das zu überzeugen: Er bietet 550. "Wow!", macht Fabian Kahl. Das sei "der höchste Zuschlag, der jemals für so ein Objekt erzielt wurde am deutschen Markt", glaubt er.
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Schmitz-Avila ärgert sich, dass Kahl noch weiterbietet. Als Häusser 570 Euro nennt, kommentiert er: "Dann kann man doch eigentlich auch gleich 600 sagen." Wieso er das tun sollte, fragt Friedrich Häusser.
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"Weil es eine glatte Zahl ist und weil du Friedrich der Grosse bist ... Friedrich der Grosszügige", argumentiert Schmitz-Avila. Häusser bezahlt tatsächlich 600. "Das kann nicht wahr sein", wundert er sich über sich selbst. Die Verkäuferinnen jubeln. Der Sensations-Deal ist perfekt.
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Das Verkaufsobjekt von Uwe und Tochter Lisa: eine Napoleon-Bronze, gefertigt um 1870 in Paris. Preiswunsch: 250 Euro. Dr. Werner erhöht auf 400. Ist der historische Feldherr noch gefragt oder werden die beiden im Händlerraum ihr Waterloo erleben?
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Schmitz-Avila erinnert daran, dass Napoleon für gute und schlechte Dinge verantwortlich zeichnete. Als Beispiel für die Schattenseiten fällt ihm als erstes Margarine ein. "Kleiner Mann, grosse Gebote", fasst Steiger das Bietergefecht zusammen. 850 Euro bezahlt Kahl.
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Die Schwestern Monika und Elke aus Rheinberg haben eine edle Keksdose dabei, gefertigt um 1900 in Böhmen. Den Wunschpreis von 50 Euro korrigiert Dr. Friederike Werner weit nach oben. Bis zu 400 Euro hält sie für realistisch.
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Im Händlerraum wird gerätselt: Handelt es sich um eine Urne? Einen Behälter für Eiswürfel? Eine Laterne? Die Schwestern klären das Missverständnis auf. Friedrich Häusser ist die Gebäckdose 260 Euro wert.