Starten wir diese wissenschaftliche Fachanalyse der "Promi Big Brother"-Staffel 2023 doch einfach mal mit einer kurzen Wissensabfrage aus dem Bereich TV-Produktion: Wissen Sie, was ein Cold-Opener ist? Kleiner Hinweis: Das hat nichts mit dem Öffnen eines kühlen Getränks zu tun, das durch Gärung aus stärkehaltigen Stoffen gewonnen, mit Hefe versetzt und nicht destilliert wird.
Cold-Opener ist ein Fachbegriff aus der Fernseh-Welt und bedeutet so viel wie: Ohne Anmoderation direkt rein ins Geschehen. Genau diesen handlungsoffenen und oft aufwühlenden Kunstgriff serviert uns der Sat.1-Chefdramaturg an Tag Drei. Vermutlich, um für die lange Wartezeit bis 23 Uhr zu entschädigen, die man der dieses Jahr überraschend stabilen Fanbase am Mittwochabend zumutet.
Dafür geht es dann aber direkt live ins Auffanglager für karrierekritisches Reality-Fallobst. Der einträchtig um den Wohncontainer-Esstisch sitzenden Bewegtbild-Elite des Landes wird live verkündet: "Heute passiert noch etwas. Ihr werdet sicher sehr bewegt sein". Halleluja. Es passiert etwas. 24 Stunden auf 30 Quadratmetern, eingepfercht mit Grossdenkern wie
Wobei "Ihr werdet sehr bewegt sein" jetzt natürlich unterschiedlich interpretiert werden kann. Für die Bewohner der reichweitenstärksten D-Promi-WG der Nation natürlich auch kognitiv ein Balanceakt: Heisst das jetzt, dass man rührende Videos von den Liebsten bekommen wird – oder handelt es sich doch eher um ein grenzdebiles PBB-Spiel, bei dem sie als Marionetten agieren müssen. Für seinen latenten Hang zu kleinen, fiesen Nickeligkeiten ist das Show-Mastermind Big Brother ja bekannt. Wir dürfen also gespannt sein.
Jürgen trägt dick auf
Zunächst aber geht es primär um Ernährungsfragen. Genauer gesagt um Unterernährungsfragen. Um den brutalen Kalorien-Entzug im Anti-Luxus-Resort für schwer karrierebeschädigte Instagram-Selbstdarsteller auf die Spitze zu treiben, kassiert Big Brother jeden Morgen alle verbliebenen Nahrungsmittel ein und hinterlässt der Container-Belegschaft als kulinarische Versorgung lediglich einige Kilo Haferflocken (O-Ton
Diese Vollkorn-Getreide-Diät führt zwangsläufig zu befremdlichen Einzelschicksalen.
Yeliz Koc in ihrem Element
Viel Zeit für Mobbing-Diskussionen bleibt allerdings nicht, denn "Bachelor"-Beau
Roberto Blancos Lieblingstochter
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Nein, kleiner D-Promi-Diss.
Strafe folgt auf dem Fuss
Obwohl, im wilden Ritt durch das Obszönitäten-Kabinett geht es nahtlos weiter mit dem nächsten Ausflug in die präpubertäre Phase der männlichen Container-Fraktion. Aber mal der Reihe nach: Auch
Sat.1 gibt Rons Hauptberuf kryptisch mit "Skandal-Streamer" an. Was mag sich dahinter wohl für eine Profession verbergen? Überträgt Ron AfD-Parteitage live? Dann wäre er ein Fussfetischist beim Vollfaschist. Fuss-Lukullus Ron ist mit seiner Vorliebe übrigens nicht allein: Statistisch betrachtet haben 18 Prozent aller Männer einen Fussfetischist. 18 Prozent, oder wie die SPD sagt: Schön wär’s.
Um den Iris/
Fälschlicherweise ging er damals davon aus, er nähme an "Peinlich unter Palmen" teil. Vertragskonform nutzte er daher die vollständige Sendezeit, um gemeinsam mit seiner Läster-Entourage (Carina Spack, wer auch immer das ist, und Bastian Yotta, der nach sexistischen Ausfällen und massiver Tierquälerei inzwischen bei den deutschen Reality-TV-Leuchttürmen RTL und Sat.1 auf der Blacklist steht) ausschliesslich auf Claudia Obert rumzuhacken. Claudia Obert kennen Sie vielleicht. Sie gehörte zum engsten Freundeskreis von Karl Lagerfeld. Der Star-Designer erwähnte sie einst sogar in seinem legendären Markus-Lanz-Interview, in dem er sagte: "Ich habe auch Claudia gefragt, in der Entzugsklinik kennt die keiner!"
Nominierung Las Vegas Style
Um den Zwietracht-Katalysator anzuwerfen, sollen die Haferflocken-Avengers anschliessend in einer Art Insolvenz-Memory spielerisch den nächsten Nominierten küren. Die Kandidaten müssen aus einem Haufen Karten mit den Konterfeien aller Insassen die Karte mit genau dem Mithäftling heraussuchen, den sie gerne für den Auszug nominieren würden. Damit füllt Sat.1 geschlagene 25 Minuten, entsorgt aber gleichzeitig immerhin noch eine knappe halbe Stunde der von "Galileo Mystery" übriggebliebenen Dramamusik. Matthias Mangiapane, dessen letzter TV-Erfolg bereits mehr als drei Jahre zurückliegt, als er die Regina Halmich der Celebrity-Deathmatch-Branche, Julian F. M. Stoeckel, beim "Promiboxen" auf die Bretter schickte, wird von seinen Trash-WG-Kollegen auf die Abschussliste gesetzt.
Im obligatorischen Spiel um ein Abendessen versagen die Pisa-Studienabbrecher spät in der Nacht dann spektakulär. Sie halten Istanbul für die Hauptstadt der Türkei, Toronto für einen US-Bundesstaat und Scheidenheim für eine Stadt in Deutschland. Scham sucht man für diese Wissens-Bankrotterklärung allerdings vergeblich. Paulina Ljubas ist sogar fassungslos: "Wir sind doch alles Menschen mit sehr guter Allgemeinbildung!" Verpassen Sie morgen also auf keinen Fall Tag 4, wenn Paulina Schützenhilfe von Lothar Matthäus erhält, der ihr versichert: "Wir sind doch alles Menschen mit sehr guten Englischkenntnissen". Oder falls Sie es doch verpassen, halb so wild: Ich werde berichten! Bis dann!
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